Anträge an den Wissenschaftsfonds können nur auf Englisch eingebracht werden. Ein Althistoriker und 2.600 Unterstützer bekämpfen diese Regelung.

FWF

25. Mai 2015 / 14:00 Uhr

Förderungen nur noch für englischsprachige Wissenschaft

Der Wissenschaftsfonds FWF, die wohl wichtigste Einrichtung für Forschungssförderung in Österreich, hat kürzlich eine Regelung erlassen, nach der alle Anträge, die dort einlangen, in englischer Sprache verfasst sein müssen. Im naturwissenschaftlichen Fachjargon ist der Sinn dieser Bestimmung klar – jedoch müssen auch geisteswissenschaftliche Abhandlungen nun auf Englisch geschrieben werden. Ein Althistoriker der Uni Wien und bisher 2.600 Unterstützer stellen sich nun in einer Petition dagegen und fordern, dass die geisteswissenschaftlichen Texte auch in Deutsch verfasst werden dürfen.

Parlamentarische Anfrage der FPÖ

Die Verpflichtung zur englischen Ansprache gefährde das Niveau der Begutachtung, heißt es in der Petition.


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Im Gegensatz zu der oft auf spezifisches Fachvokabular aufbauenden Ausdrucksweise der Naturwissenschaftler weisen die in den Geisteswissenschaften benutzten Sprachen nicht nur unterschiedliche Nuancierungen in Ausdruck und Semantik auf, sondern die Denk- und Argumentationsweise wird durch die unterschiedlichen Sprachen und Kulturen ganz wesentlich beeinflusst.

Der FWF verweist unterdessen auf Umfragen, die besagen, dass auch in der Geisteswissenschaft eine "knappe Mehrheit" für die Angemessenheit der englischen Antragssprache sei. Die englische Sprache würde die Reichweite der Anträge erhöhen und mehr internationale Möglichkeiten eröffnen.

Die FPÖ stellte nun eine parlamentarische Anfrage, in der sie darauf hinweist, dass auch international die Geisteswissenschaften mehrsprachig verstanden werden, da die Quelltexte in der Originalsprache gelesen werden müssen, um den vollen Sinn zu verarbeiten. 


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