In den vergangenen Tagen verzeichneten griechische Behörden einen starken Anstieg von Flüchtlingen.

21. März 2017 / 19:07 Uhr

Erneut Anstieg von Flüchtlingen in Griechenland: Platzt Türkei-Abkommen?

In den heimischen Medien ist jene alarmierende Meldung kaum zu vernehmen: Seit der vergangenen Woche machen sich wieder tausende Migranten aus der Türkei zu den griechischen Inseln auf. Das Gerücht steht im Raum, dass Präsident Recep Erdogan so den Flüchtlings-Kuhhandel mit der Europäischen Union aufkündigen und die EU so unter Druck setzen könnte.

Woher kommen plötzlich hunderte Migranten?

Allein in den vergangenen fünf Tagen sind mehr als 550 Asylwerber auf griechische Inseln wie Lesbos, Chios oder Samos gekommen. Und das, obwohl kein einziger mehr über das Meer auf europäischen Boden kommen dürfte.


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Zuvor war die Zahl der illegalen Migranten mit 35 Menschen täglich relativ konstant, nun zählten die Behörden allerdings etwa 100 pro Tag. Neben dem ruhigen Frühlingswetter steht aber auch die türkische Regierung selber unter Verdacht, die Flüchtlinge weitergeschickt zu haben und so Menschenschmugglern freie Hand zu lassen.

Laut Abkommen dürfte eigentlich niemand mehr durchkommen

Das Türkei-Abkommen beinhaltet unter anderem, illegal eingereiste Personen wieder zurückzunehmen und erst gar nicht weiterreisen zu lassen. Im Zuge der heftigen Auseinandersetzungen rund um Wahlkampfauftritte von Recep T. Erdogan in mitteleuropäischen Ländern drohte der Präsident bereits mehrfach, das Abkommen platzen zu lassen.

Europa wäre dann mit einem Ansturm wie im Sommer 2015 konfrontiert und müsste erneut Millionen von Asylwerbern unterbringen – oder die Balkanländer bis herauf nach Österreich müssten in Windeseile Zäune wie in Ungarn hochziehen und das Militär an die Grenzen schicken.


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