Der Migrantinnen- und Frauenmarsch in Hamburg könnte an der Kopftuchfrage scheitern.

12. Mai 2017 / 16:00 Uhr

Hamburg: Scheitert Migrantinnenmarsch an Kopftuchstreit unter Teilnehmern?

Sie wollen für ihre Rechte kämpfen und gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtspopulismus protestieren. Rund 3.000 Frauen und einige unterstützende Männer werden am Wochenende an der Binnenalster in Hamburg zum ersten Frauen- und Migrantinnenmarsch erwartet. Für Zoff sorgte aber im Vorfeld ausgerechnet das Kopftuch. Als bekannt wurde, dass sich die Veranstalter gegen eine Verschleierung von Frauen aussprechen, traten über 20 teilnehmende Vereine auf die Barrikaden und drohten mit einer Absage ihrer Unterstützung.

Streit um Kopftuchträgerinnen

Die Vereine wollen nun nicht mehr mitlaufen und distanzierten sich. Auslöser war ein bereits gelöschter Eintrag auf der Homepage: "Wir sind der Meinung, dass Verschleierung ein Symbol der Ausgrenzung ?in all ihren Formen ist. Wir glauben, dass Emanzipation und Feminismus nicht mit einem Kopftuch vereinbar sind.“


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Distanziert haben sich daraufhin unter anderem die Jüdische Gemeinde, die Stiftung Wohnbrücke, der Schurarat und die Initiative Sisters March. Man befürchte eine Stigmatisierung von Kopftuchträgerinnen.

Auch Auftritt von Soziologin sorgt für Wirbel

Für Streit sorgte aber nicht nur die Verschleierungsfrage, sondern auch ein Auftritt der Soziologin Necla Kelek, welche die Thesen von Thilo Sarrazin offiziell unterstützt. Sie wurde mittlerweile wieder aus dem Programm gestrichen.

Ob der geplante Migrantinnenmarsch nun tatsächlich stattfinden wird und wie viele Personen daran teilnehmen werden, bleibt noch offen. Für ausreichend mediale Stimmung sorgte das multikulturelle Organisationsteam jedenfalls schon vorab.


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