Es wird oft von „Einzelfällen“ gesprochen, doch die offizielle Statistik zeigt das Gegenteil: Von 962 angezeigten Vergewaltigungen 2020 wuchsen die Fälle auf 1.275 im Jahr 2025 an – und der Anteil syrischer Tatverdächtiger kletterte von 28 auf 101.
Der FPÖ-Abgeordnete Christian Lausch hat mit einer parlamentarischen Anfrage zum Fall eines 19-jährigen Syrers, der eine 16-Jährige vergewaltigt haben soll, die offizielle Kriminalstatistik (PKS) ans Licht gezerrt. Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) antwortete am 29. Mai 2026.
Massiver Zuwachs bei syrischen Tätern
Die Anfrage Lauschs zielte direkt auf den konkreten Fall ab und fragte nach der Verteilung der Tatverdächtigen nach Staatsangehörigkeit, Aufenthaltsstatus und Beziehung zum Opfer. Viele detaillierte Auskünfte verwies das Innenministerium auf die Beilage mit den PKS-Daten. Dort wird der dramatische Anstieg bei syrischen Tatverdächtigen deutlich. Während die Gesamtzahl der Vergewaltigungsanzeigen um mehr als 300 Fälle zunahm, hat sich der Wert bei Syrern mehr als verdreifacht. Andere Fragen zu Asylberechtigten, subsidiär Schutzberechtigten oder Vertriebenen konnte das Ministerium nicht beantworten, weil diese Kategorien in der PKS nicht gesondert erfasst werden.
Hohe Aufklärungsquote – aber steigende Fallzahlen
Karner betonte in der Antwort die hohe Aufklärungsquote bei Vergewaltigungen. Im Jahr 2025 lag sie bei 83,2 Prozent und damit über dem Zehnjahresdurchschnitt. Das Bundeskriminalamt stelle mit dem „Kriminalistischen Leitfaden“ und Fortbildungen Hilfestellungen bereit. Dennoch steigen die absoluten Anzeigenzahlen kontinuierlich.
Prävention und Opferschutz
Auf die Frage nach spezifischen Präventionsprogrammen für gefährdete Gruppen wie Jugendliche nannte Karner die Programme „UNDER18“ und „Sicherheit im öffentlichen Raum“ des Bundeskriminalamts. Für die Unterstützung minderjähriger Opfer sei primär der Kinder- und Jugendhilfeträger zuständig, ergänzt durch Opferschutzeinrichtungen in der Prozessbegleitung.
Die Antwort des Innenministers an Lausch macht eines unmissverständlich klar: Die Vergewaltigungszahlen in Österreich sind auf einem hohen und weiter steigenden Niveau. Der konkrete Fall des 19-jährigen Syrers steht nicht allein. Die offiziellen PKS-Zahlen, die nun auf dem Tisch liegen, zeigen den Zusammenhang zwischen dem starken Anstieg der Delikte und der Entwicklung bei bestimmten ausländischen Tatverdächtigengruppen – vor allem aus Syrien.

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