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Die Diskriminierung der autochthonen Bevölkerung schreitet voran: Wer ausländische Kinder betreut, verdient an den Münchner Grundschulen mehr als die, die sich um inländische annimmt.

13. Oktober 2018 / 20:20 Uhr

Von wegen „Jedes Kind ist gleich viel wert“: Weniger Gehalt bei deutschen Kindern

An der Grundschule an der Helmholtzstraße in Neuhausen sollen Erzieherinnen der Nachmittagsbetreuung in eine niedrigere Gehaltsstufe des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) herabgestuft werden. Grund dafür ist, dass heuer zum zweiten Mal in Folge weniger als 50 Prozent der betreuten Kinder über einen Migrationshintergrund verfügen. Die Betreuung von deutschen Kindern ist nicht so viel wert wie das Betreuen von Ausländerkindern. Wegen der Gehaltseinbußen wollen sich die fünf Erzieherinnen nun versetzen lassen.

Nur wenn die Quote „mehr als 50 Prozent Ausländer“ erfüllt ist, gibt es die höhere Gehaltsstufe S8b, die je nach Berufsjahren zwischen 3.312 und 4.138 Euro liegt. „Bedauerlicher Weise“ liegt die Quote an dieser Grundschule aber „nur“ bei 43 Prozent. Deshalb wird den Erzieherinnen das Gehalt wieder gekürzt. Die Gehaltseinbußen sollen bis zu 400 Euro brutto betragen. Diese Regelung gilt übrigens für ganz München.

Betreuung von Ausländern: „besonders schwierige fachliche Tätigkeit“

Das Referat für Bildung und Sport (RBS) erklärt, es sei „natürlich nicht in unserem Sinne, wenn Erzieherinnen aufgrund der Gehaltsminderung die Arbeitsstelle wechseln“, womit die Kernfrage nicht beantwortet wird, die da heißt: Sind vor den Augen des Bildungsreferats deutsche Kinder weniger wert, sodass Erzieherinnen deshalb weniger Gehalt bekommen sollen? Letztlich wird diese Frage durch die Tarifbestimmungen beantwortet: Die Tarifstufe S8b gelte für eine „besonders schwierige fachliche Tätigkeit“, wozu für das RBS, ganz offiziell, auch das Arbeiten mit Ausländern zählt. Ein interessantes Eingeständnis von Seiten der SPD.

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