Eine neue Facette rund um den Abgang des sozialdemokratischen Spitzenmanagers Clemens Schneider aus der Immobilienfirma Conwert eröffnet sich aus einer parlamentarischen Anfrage der FPÖ an Sozialminister Hundstorfer. Schneider war nicht nur ein treuer Paladin seines Mentors Hans-Peter Haselsteiner, früher LIF- und jetzt NEOS-Unterstützer, er diente zwischen 2007 und 2012 auch dem Österreichischen Gewerkschaftsbund (ÖGB) als Finanzchef. Als ÖGB-Chef bis 2008 und anschließend als Sozialminister firmiert kein anderer als SPÖ-Genosse Rudolf Hundstorfer.
Damals war Schneider auch mit der Abwicklung des sogenannten Seenverkaufs des ÖGB in Kärnten befasst, den aktuell die Staatsanwaltschaft beschäftigt. Laut Medienberichten soll auch gegen Schneider ermittelt werden.
Welche Geschäftsbeziehungen gab es?
Schneider rühmte sich etwa 2011 – ein Jahr vor seinem Abgang als ÖGB-Finanzchef -, dass er den durch den BAWAG-Skandal in ökonomische Schieflage geratenen Gewerkschaftsbund wieder auf Kurs gebracht habe. Nun interessiert die FPÖ-Abgeordnete Dagmar Belakowitsch-Jenewein, wie sich die geschäftlichen Beziehungen des ÖGB und des Sozialministeriums in der Ära Hundstorfer/Schneider entwickelt haben und ob auch zwischen der Firma Conwert und dem Ministerium Beziehungen bestanden haben.
Schneider wurde als Geschäftsführer von Conwert Ende April "aufgrund unterschiedlicher Auffassungen über die Umsetzung der nächsten strategischen Schritte" abgesetzt. Nur wenige Tage später trennte sich Großaktionär Hans Peter Haselsteiner von seinem 25-Prozent-Anteil und verkaufte die Aktien an den israelischen Milliardär Teddy Sagi