Von den Türkischstämmigen, die schon lange in Deutschland leben, erwarten wir, dass sie ein hohes Maß an Loyalität zu unserem Land entwickeln. Dafür versuchen wir, für ihre Anliegen ein offenes Ohr zu haben und sie zu verstehen. Und dafür halten wir auch engen Kontakt mit den Migrantenverbänden.
Mit diese Worten in den Ruhrnachrichten löste die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel unlängst einen regelrechten Sturm der Empörung bei ihren politischen Kollegen aber auch im Ausland aus. Weil diese Worte angeblich die türkische Gemeinde in Deutschland beleidigen und pauschal unterstellen würden, dass diese illoyal sei, hagelt es nun Kritik.
Türken Teil von Deutschland
Seit dem missglückten Putschversuch in der Türkei scheiden sich auch in Mitteleuropa die – vor allem türkischen – Geister und vermehrte Gewaltszenen sind zu beobachten. Damit das ohnehin schon schwierige Zusammenleben in Deutschland nicht völlig scheitert, fasste sich die „Wir schaffen das“-Kanzlerin ein Herz und mahnte mit vermeintlich mutigen Worten die Migrantengemeinde zu Loyalität gegenüber ihrer nunmehrigen Wahlheimat.
Aydan Özoguz von der SPD wollte mitunter die Erste sein, welche Kritik an der Aussage von Merkel übte und behauptete, dass sich eine deutliche Mehrheit zu Deutschland bekenne. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt ging daraufhin soweit, der Bundeskanzlerin zu unterstellen, sie stelle Türken unter Generalverdacht.
Böse Worte kamen zu der eher seichten Meldung allerdings auch direkt aus der Türkei. Der Vorsitzende des Menschenrechtsausschusses im türkischen Parlament, Mustafa Yeneroglu, bezichtigte Merkel des Rechtspopulismus. Ihre Worte seien demnach Wasser auf die Mühlen von rechten Parteien. Die türkische Gemeinde in Deutschland ließ indes über ihren Vertreter ausrichten: "Wir sind seit Jahrzehnten Teil von Deutschland und nehmen uns seit Jahren als solcher wahr."