Die Tiroler Volkspartei setzt sich von der Bundes-ÖVP ab, will künftig eine eigene „Tirol-Mitgliedschaft“ ermöglichen – und sogar ein eigenes Grundsatzprogramm beschließen.
Tirol plant eigene Mitgliedschaft
Am 7. November soll ein Parteitag in Innsbruck über ein neues Grundsatzprogramm und eine Statutenänderung abstimmen. Damit soll es künftig möglich sein, ausschließlich der Tiroler Volkspartei anzugehören. Landesparteiobmann und Landeshauptmann Anton Mattle begründet den Kurs mit dem Leitgedanken „Mehr Selbstständigkeit und mehr Tirol“. Auch ein eigenes Grundsatzprogramm soll die Tiroler Linie stärker herausarbeiten.
Kanzler nur noch „Kapitän auf Abruf“
FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz sieht darin ein Misstrauensvotum gegen Stocker. Er sprach in einer Aussendung vom „fortschreitenden Zerfall der ÖVP“ und behauptete, der Kanzler sei nur noch ein „Kapitän auf Abruf“.
Schnedlitz nahm auch Mattle und die anderen ÖVP-Landeshauptleute in die Pflicht: Sie könnten Stocker samt Bundesregierung zum Rücktritt bewegen und Neuwahlen ermöglichen, so seine Forderung. Wer den Kanzler weiter unterstütze, trage dafür politische Verantwortung, erklärte er. Über die angekündigten Änderungen sollen erst die Delegierten beim Parteitag abstimmen.
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