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SPÖ-Altkanzler Franz Vranitzky rechnet Herbert Kickl an, sich nie „ausdrücklich pro Nationalsozialismus ausgesprochen“ zu haben.

SPÖ-Altkanzler Franz Vranitzky rechnet Herbert Kickl an, sich nie „ausdrücklich pro Nationalsozialismus ausgesprochen“ zu haben.

„Bei jeder Umfrage blutet mein Herz“: Ist Vranitzky für das SPÖ-Elend mitverantwortlich?

Der älteste noch lebende Bundeskanzler, Franz Vranitzky (89), gab Conny Bischofberger ein Interview. „Bei jeder Umfrage blutet mein Herz“, sagte er der Kronen-Zeitung-Journalistin. Aber mit der sogenannten Vranitzky-Doktrin ist der Grandseigneur der Genossen vermutlich nicht ganz schuldlos am derzeitigen SPÖ-Elend.

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Vranitzky grenzte FPÖ aus

Als Vranitzky mit seiner Partei 1986, als Jörg Haider von Norbert Steger die Freiheitlichen übernahm, die Koalition mit den Blauen aufkündigte und – heute würde man Brandmauer sagen – die FPÖ ausgrenzte, begann nicht nur der Abstieg der Roten, sondern auch das Einzementieren der ÖVP an der Macht. Gegenüber der Krone sagte Vranitzky:

Der Doktor Haider hat oft bewiesen, dass er sich nicht von nationalsozialistischem Gedankengut trennen konnte … Das Jahr 1986 war auch das Jahr, in dem Dr. Waldheim sein Amt als Bundespräsident antrat. Und Österreich in eine Ecke gedrängt wurde, wo wir nicht sein wollten. 

Kickl nicht wie Haider

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Ob Herbert Kickl, der heute die FPÖ anführt, in seinen Augen mit Jörg Haider vergleichbar wäre, wollte Bischofberger von Vranitzky wissen. Dieser antwortete: „Nein, da gibt es deutliche Unterschiede.“ Das ausgeprägte Show-Element des Haider würde er bei Kickl nicht sehen. Kickl habe sich auch nicht ausdrücklich pro Nationalsozialismus ausgesprochen, aber seine doch vorhandene Hinwendung zu den Identitären und zum Orbanismus weise ihn natürlich schon auch als jemanden aus, der wenig Berührungsängste mit der ganz rechten Szene habe und ihnen in seiner Politik einen Platz einräume. 

Damit verbreitete Franz Vranitzky jenes politische Narrativ seiner Genossen weiter, das ihnen heute zur Ausgrenzung einer Partei dient, die in allen Wahlen als Sieger hervorgeht und in Umfragen Rekordergebnisse erzielt. Der Altkanzler sprach Kickl vom Sympathisanten des Nationalsozialismus frei (wie gnädig!), ihn nicht weiter auszugrenzen riet er seiner Partei aber nicht. 

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