Nach einer beeindruckenden Rede von Herbert Kickl in Innsbruck, wo die FPÖ an den historischen Parteitag vor 40 Jahren erinnerte, als Jörg Haider zum Obmann gewählt wurde, gab es minutenlangen, stehenden Applaus der rund tausend Gäste. Nur die Kronen Zeitung fand ein Haar in der Suppe.
Babler ist kein Kreisky
In seinem Kommentar heute, Sonntag, kam der Krone-Chefredakteur Klaus Herrmann zum Schluss:
Am Samstag ließ Kickl den einstigen FPÖ-Helden in Innsbruck hochleben. Aus welchem Blickwinkel auch immer man es sieht: Kickl ist kein Haider.
Genau so gut könnte man schreiben: Wie man es auch sieht – Klaus Herrmann ist kein „Staberl“. Anmerken könnte man noch: Sonst würde er nicht einen solchen Vergleich ziehen. Wer vergleicht schon Bruno Kreisky mit Andreas Babler, oder Franz Josef Strauß mit Markus Söder in Bayern? Andere Zeiten, andere Persönlichkeiten, jeder Vergleich hinkt.
Kickl gewinnt Wahlen
Unbestritten ist, dass Herbert Kickl als ideenreicher und pfiffiger Redenschreiber von Jörg Haider Anteil an dessen politischem Aufstieg hatte. Unbestritten ist aber auch, dass Haider zwar für den rakenhaften Aufstieg der Blauen verantwortlich war, doch nie eine Wahl gewinnen konnte. Im Gegensatz zu Kickl, der 2024 nicht nur die EU-, sondern auch die Nationalratswahl gewinnen konnte und in aktuellen Umfragen an der 40-Prozent-Marke kratzt. Und unter der Obmannschaft von Kickl gewann die FPÖ den Landeshauptmann in der Steiermark und ist in fünf Bundesländern in der Landesregierung.
Insofern hat Klaus Herrmann recht, wenn er meint: Kickl ist kein Haider.
