„Hört’s auf!“, rief Neos-Außenministerin Beate Meinl-Reisinger im Bierzelt des Altausseer Kirtags, als sie dort von den Besuchern ausgebuht wurde. Später behauptete sie, es wäre eine Störaktion der FPÖ gewesen. Diese Aussage stellte sich jetzt als „Fake News“ heraus.
Gruppe von “Polterern” trug blaue Hüte
Ein Video des FPÖ-Nationalratsabgeordneten Markus Leinfellner hatte den Vorfall – wie berichtet – publik gemacht. Nach lauten Buhrufen schrie Meinl-Reisinger in die Menge „Hört’s auf!“. Aber keiner folgte ihr, die Buhrufe wurden sogar noch lauter.
Als das Video viral ging, meldete sich die Ministerin und sah in den Pfiffen eine „Störaktion der FPÖ“. Meinl-Reisinger machte dafür eine 50-köpfige Gruppe aus Oberösterreich, die einen „Polterer“ im Ausseerland feierte, dafür verantwortlich. Nämlich deshalb, weil alle – mit Ausnahme des Bräutigams – blaue Hüte trugen.

Ein Gruppenbild der “Polterer” aus Oberösterreich, die allesamt blaue Hüte trugen.
Von Sicherheitsleuten vertrieben
„Billiger geht’s nimmer von der Reisinger!“, sagte Ambros S., einer der „Polterer“ aus der 50-köpfigen Gruppe, gegenüber unzensuriert. Die Wahrheit sei, als es die Buhrufe im Bierzelt gab, wäre der Großteil der Gruppe gar nicht im Zelt gewesen, vielleicht 15 Personen, stellte er klar.
Die Buhrufe kamen also nicht von der Gruppe mit den blauen Hüten, die im Übrigen nichts mit der FPÖ zu tun haben, sondern von anderen Zelt-Besuchern. „Mein Sohn hat sogar ein Foto mit der Außenministerin gemacht. Er wollte ihr einen blauen Hut aufsetzen, aber das hat sie abgelehnt“, schildert Ambros S. die Situation im Zelt. Und als sein Sohn Meinl-Reisinger ein Bussi auf die Wange angedeutet habe, wäre er von den Sicherheitsleuten mit der Bemerkung, „jetzt reicht’s aber“, vertrieben worden.
“Beim Volk ganz einfach unten durch”
FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz hielt zuvor bereits in einer Aussendung fest, dass es keine, wie von Meinl-Reisinger behauptet, konzertierte Aktion der Freiheitlichen gewesen sei. Womöglich habe der blaue Kopfschmuck der Gruppe Meinl-Reisinger bewogen, die Pfiffe gegen sie automatisch der FPÖ zuzurechnen. Wörtlich sagte Schnedlitz:
Die Buhrufe kamen nicht von der FPÖ, die negativen Kommentare auf Social Media waren nicht die Russen – die Wahrheit ist ganz einfach: Beate Meinl-Reisinger ist einfach eine Politikerin, die beim Volk ganz einfach unten durch ist. Das ist die Wahrheit, und sie ist selbst daran schuld und niemand anderer.
