Während ein Teil der Migranten die spanische Exklave Ceuta wieder verlassen hat, sind etwa 9.000 von ihnen noch immer dort. Besonders Minderjährige und Frauen befinden sich nun in der völlig überfremdeten Exklave, in einer gefährlichen Lage.
Frauen und Kinder besonders gefährdet
Die Bilder der Invasion von Migranten sind mittlerweile aus den Mainstream-Medien verschwunden. Die Probleme sind bei der ansässigen Bevölkerung geblieben. In Ceuta leben weiterhin Tausende Migranten unter teils chaotischen Bedingungen. Darunter befinden sich rund 3.000 bis 5.000 Jugendliche, größtenteils männlich.
Besonders alarmierend ist dabei die Zahl sexueller Übergriffe, wie Deutsche Welle nun enthüllt. Die spanische Polizei ermittelt inzwischen, wie berichtet, in mindestens 15 Fällen mutmaßlicher Vergewaltigung durch Migranten. Lokale Behörden gehen davon aus, dass die Dunkelziffer noch deutlich höher sein könnte. Eine Notärztin berichtet von einem zwölfjährigen Mädchen, das in die Notaufnahme kam. Das Kind habe erzählt, andere Migranten hätten es bedrängt und unangenehm berührt. Das Kind habe geweint und sei völlig verängstigt gewesen. Eine Passantin hatte das Mädchen auf der Straße gefunden und zur medizinischen Versorgung gebracht. Die Notärztin spricht in diesem Kontext von schwer zu ertragenen Zuständen, auch berichtet sie davon, dass besonders Mädchen unter 18 Jahren derzeit besonders gefährdet wären.
9.000 Migranten sind geblieben
Ende Juli kamen rund 80.000 Migranten über die Grenze nach Ceuta. Zwar habe ein Teil von ihnen die spanische Exklave inzwischen wieder verlassen. Doch etwa 9.000 Migranten sind geblieben. Viele der minderjährigen Migranten finden keinen Platz in den überfüllten Auffanglagern und lungern deshalb an den Stränden und auf den Straßen herum. Für Ceutas Regierung ist die aktuelle Lage kaum noch zu bewältigen. Regionalministerin Nabila Benzina spricht vom „schlimmsten Moment in der Geschichte Ceutas“ und fordert mehr Polizeikräfte. Regionalpräsident Juan Jesús Vivas bezeichnet die Situation als „Hochrisikosituation“.
Politik sucht nach Lösungen – Bevölkerung leidet weiter
Die Zentralregierung in Madrid kündigte an, die minderjährigen Flüchtlinge nach den gesetzlichen Vorgaben auf andere Regionen Spaniens zu verteilen. Ein konkreter Plan hierzu fehlt jedoch. Zugleich verweigern sich mehrere Regionen bereits der Aufnahme. Vivas fordert indessen eine Rückkehr der minderjährigen Grenzüberquerer zu ihren Familien oder eine Übernahme der Vormundschaft durch marokkanische Sozialdienste. Viele Migranten wollen davon allerdings nichts wissen, sondern in Europa bleiben.
