Anthony_Fauci

Anthony Fauci ist die Personifizierung der amerikanischen Corona-Radikalmaßnahmen. Jetzt holt ihn die Vergangenheit ein.

30. Juli 2026 / 08:51 Uhr

„Mr. Corona“ Fauci widerspricht sich selbst und schweigt sicherheitshalber

Der frühere US-Chefimmunologe Anthony Fauci, die Personifizierung der Corona-Radikalmaßnahmen, wurde vor einen Ausschuss des amerikanischen Senats geladen.

Aufarbeitung der Corona-Politik

Dieser Ausschuss soll die Corona-Politik, die weltweit mit massiven Gängelungen und Freiheitseinschränkungen einhergegangen ist, politisch und wissenschaftlich aufarbeiten. Veranlasst wurde die Befragung vom republikanischen Senator Rand Paul aus Kentucky, dem Vorsitzenden des Ausschusses für Innere Sicherheit und Regierungsangelegenheiten.

Gretchenfrage nach dem Ursprung

Paul will klären lassen, was Fauci früh über den Ursprung von Covid-19 wusste, ob er den Kongress korrekt informiert hat und welche Rolle US-Behörden bei der Finanzierung von Coronavirus-Forschung in Wuhan spielten.

Die Befragung Faucis ist dabei der Höhepunkt des seit Jahren laufenden Konflikts zwischen ihm und Paul.

Senat ringt um die Deutung von Corona

Im Mittelpunkt stehen mehr als tausend Seiten interner Unterlagen, die als Faucis Tagebücher bekannt wurden. Darunter sind auch dienstliche Aufzeichnungen, Gesprächsnotizen und Dokumente aus Behördenvorgängen.

Die Unterlagen legen nahe, dass Fauci bereits im Jänner 2020 davon ausging, der Markt in Wuhan sei nicht der Ausgangspunkt des Ausbruchs gewesen. Öffentlich erklärte er aber das Gegenteil.

Zweifel an der ganzen Corona-Erzählung

Diese Differenz zwischen internen Notizen und öffentlichen Aussagen ist der Kern der republikanischen Kritik. Hinzu kommen Vorwürfe, Fauci habe die Sterblichkeit des Virus intern als gering, nämlich mit 0,2 bis 0,3 Prozent, öffentlich aber als horrend dargestellt: Nach außen stellte er die Sterblichkeit des Virus aber als etwa zehnmal tödlicher dar als die saisonale Grippe.

Streit über die Ursprungsfrage

Die Frage, ob Covid-19 durch einen natürlichen Übersprung oder durch einen Laborunfall entstand, ist weiterhin nicht abschließend beantwortet. US-Geheimdienste und Fachleute vertreten unterschiedliche Einschätzungen. Die CIA hielt zuletzt einen laborbedingten Ursprung für etwas wahrscheinlicher, betonte jedoch die geringe Sicherheit dieser Bewertung.

Spur des Geldes

Paul sieht Fauci seit Langem in einer besonderen Verantwortung. Hintergrund ist auch die Finanzierung von Forschung an Coronaviren in Wuhan durch Einrichtungen, die mit Faucis früherer Behörde verbunden waren. Fachleute widersprachen jedoch mehrfach der Behauptung, diese Forschung könne Corona ausgelöst haben.

Die Anhörung wurde damit nicht allein zu einer Untersuchung über wissenschaftliche Fehler während der Pandemie. Sie entwickelte sich zu einem politischen Verfahren über Verantwortung, Geld und mögliche juristische Folgen.

Fauci beruft sich auf Verfassungsrecht

Fauci verweigerte in der Senatsanhörung die Antwort auf mehr als hundert Fragen. Er berief sich auf den fünften Verfassungszusatz, der in den USA davor schützt, sich selbst strafrechtlich belasten zu müssen.

Der ehemalige Spitzenbeamte begründete sein Schweigen damit, dass Senator Paul ihn gezielt zu Aussagen bewegen wolle, die später als Grundlage für ein Verfahren wegen Falschaussage dienen könnten. Paul hatte wiederholt erklärt, Fauci solle für mögliche Vergehen zur Verantwortung gezogen werden.

Vorsorgliche Begnadigung

Die rechtliche Lage ist kompliziert. Der damalige linke Präsident Joe Biden hatte Fauci vor seinem Ausscheiden aus dem Amt vorsorglich für Handlungen bis Anfang 2025 begnadigt.

Diese Begnadigung schützt jedoch nicht automatisch vor Konsequenzen, falls Fauci bei einer späteren Aussage unter Eid falsche Angaben machen sollte. Paul erwägt deshalb ein Verfahren wegen Missachtung des Kongresses.

Corona-Aufarbeitung auch in USA schleppend

Die USA haben ihre Coronapolitik bis heute nicht in einer breit akzeptierten, parteiübergreifenden Untersuchung aufgearbeitet. Bereits 2021 gab es Vorschläge für eine unabhängige Kommission nach dem Vorbild der Untersuchung der Anschläge vom 11. September 2001. Sie scheiterten bisher.

Die Verweigerung der Aussage durch Fauci nährt jedenfalls den Verdacht, dass die Corona-Radikalmaßnahmen wissenschaftlich redlich begründet und damit gerechtfertigt waren.

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