Die frühere ÖVP-Ministerin Maria Rauch-Kallat wollte wegen des Präsidenten des Wiener Wirtschaftsbundes, Walter Ruck, aus der ÖVP-nahen Organisation austreten. Doch ihre Kündigung wurde, wie sie auf Facebook schrieb, „ungelesen gelöscht“.
Asyl in Oberösterreich
Ihren Austritt nimmt Rauch-Kallat trotzdem als gegeben an, denn schnurstracks wechselte die heutige Unternehmerin zum oberösterreichischen Wirtschaftsbund, der ihr sozusagen Asyl gewährte. Ob das nur ein Schutz auf Zeit ist, oder – wie in Österreich üblich – eine Dauerlösung wird, hängt vermutlich davon ab, wie es in der Causa „Ruck“ weitergeht.
“So ist die ÖVP nicht!”
In ihrem Facebook-Beitrag begründete sie ihre Entscheidung damit, dass sie das Verhalten des Präsidenten und dessen Billigung durch die Spitzenfunktionäre nicht akzeptieren könne. „So ist die ÖVP nicht!“, schrieb Rauch-Kallat. Sie wundere sich nur, dass der Wiener Bürgermeister, „den ich persönlich sehr schätze“, sich nicht klar distanziere! So ein Verhalten könne und dürfe in einer politischen Zusammenarbeit nicht toleriert werden. Kein Kommentar seinerseits komme einer Billigung gleich!
Aus ÖVP ausgeschlossen
Wie berichtet, wurden von Profil und Krone Gesprächsprotokolle veröffentlicht, wonach der Chef des Wirtschaftsbunds und Präsident der Wirtschaftskammer in Wien, Walter Ruck, sich über Parteikollegen und Industrievertreter mokiert haben soll. Auch gegenüber Frauen soll er sich despektierlich geäußert haben. Weiters soll er damit geprahlt haben, welchen Einfluss er auf ÖVP-Listenerstellungen und Postenbesetzungen genommen habe. Ruck wurde Freitagabend aus der ÖVP ausgeschlossen.
