Die Salzburger Landeshauptfrau-Stellvertreterin Marlene Svazek (FPÖ) ist empört, „weil es mittlerweile zum Ritual geworden ist, regelmäßig irgendeinen Vorwand zu finden, um auf die Salzburger Schützen loszugehen und damit gleich das gesamte Schützenwesen, unser Brauchtum und unsere Traditionen unter Generalverdacht zu stellen“.
Ermittlungen in Bayern
Anlass für ihre Empörung ist ein Bericht in den Salzburger Nachrichten mit dem Titel „NS-Symbol auf Gewehren der Schützen“. Im Artikel wird über die Ermittlungen in Bayern gegen Tiroler Schützen wegen der Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (Paragraf 86a) geschrieben. Ihre Gewehre mit Punzierung aus der NS-Zeit seien an der Salzburger Grenze beschlagnahmt worden, weil sie sie bei der Heimreise im Bus teilweise zwischen den Knien gehalten hatten.
Historische Waffen
Die Salzburger Nachrichten fanden nun heraus, dass die von den Tiroler Schützen verwendeten Gewehrmodelle mit Prüfzeichen aus den Jahren 1939 bis 1945 auch in Salzburg im Umlauf sind. „Es seien historische Waffen“, stellte der Landeskommandant der Salzburger Schützen, Josef Braunwieser, gegenüber der Zeitung fest. „Mit Wiederbetätigung habe das nichts zu tun“.
Ehrenamtliche werden schikaniert
Svazek fragte auf ihrer Facebook-Seite: „Was soll das eigentlich? Ist das das berühmte Sommerloch? Oder inzwischen die neue Blattlinie der Salzburger Nachrichten? Gibt es in Österreich tatsächlich keine drängenderen Themen mehr?“
Dass unsere Schützen in eine Ecke gestellt werden, in die sie nicht gehören, sei schlicht inakzeptabel. Es gehe hier um historische Waffen und Beschusszeichen im Rahmen eines jahrhundertealten Brauchtums und nicht um abzulehnende Geisteshaltungen, Wiederbetätigung oder gar die Verherrlichung des Nationalsozialismus, wie unterschwellig suggeriert werde.
Es wäre an der Zeit, den Blick wieder auf die tatsächlichen Herausforderungen dieses Landes zu richten, anstatt Menschen zu schikanieren, die sich ehrenamtlich für die Pflege von Tradition, Gemeinschaft und Kultur engagieren, sagte die Landeshauptfrau-Stellvertreterin.
