Historische Fassaden und aufwendig gestaltete Gebäude prägen zahlreiche Wiener Stadtviertel – ihre fachgerechte Restaurierung ist häufig mit beträchtlichen Kosten verbunden.

16. Juli 2026 / 08:39 Uhr

Kein Geld für Wiens Altbauten: Fonds bleibt auch 2027 ausgesetzt

Die rot-pink geführte Stadt Wien hat sich von der Erhaltung der schönen, prächtigen Altbauten in Wien verabschiedet.

Förderung weder 2026 noch 2027

Seit mehr als fünf Jahrzehnten hatte der Wiener Altstadterhaltungsfonds die Restaurierung historischer Gebäude, die in der Regel mit beträchtlichen Kosten einhergeht, unterstützt. Seit 1972 wurden rund 255 Millionen Euro für den Erhalt von mehr als 4.600 Gebäuden investiert.

Schon in den letzten Jahren gab es kaum noch Geld dafür. 2006 waren es noch 8,69 Millionen Euro, 2024 nur noch 2,6 Millionen Euro. Seit 2026 gibt es überhaupt keine Mittel mehr. Und auch 2027 wird es keine Förderung geben.

Auf St. Nimmerleinstag verschoben

Die Stadtregierung begründet die Maßnahme mit Sparzwängen. Der Schutz historischer Gebäude bleibe dennoch ein wichtiges Ziel, versichert die parteilose, von der SPÖ nominierte Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler.

Der Fonds solle seine Tätigkeit wieder aufnehmen, sobald es die finanzielle Situation der Stadt zulasse. Einen konkreten Zeitpunkt für die Wiederaufnahme nannte sie allerdings nicht.

FPÖ spricht von kulturpolitischem Versagen

Scharfe Kritik kommt vom Kultursprecher der Wiener FPÖ, Landtagsabgeordnetem Lukas Brucker. Er sieht in der vollständigen Aussetzung nicht nur eine finanzpolitische Entscheidung, sondern eine Gefährdung des historischen Stadtbildes:

Der Altstadterhaltungsfonds ist kein Luxusprojekt, sondern ein unverzichtbares Instrument zum Schutz der historischen Bausubstanz.

ÖVP macht Schuldenpolitik verantwortlich

Auch die Wiener ÖVP kritisiert die Entscheidung. Kultursprecherin Judith Edelmann und Planungssprecherin Elisabeth Olischar hatten bereits Ende des vergangenen Jahres vor einer Schwächung des Altstadtschutzes gewarnt. Dass die Förderung nun weiterhin nicht zur Verfügung stehe, verschärfe das Problem und sei ein „fatales Signal für den Erhalt des baukulturellen Erbes unserer Stadt“. Die Aussetzung sei keine zwangsläufige Entwicklung, sondern eine Folge der hohen Verschuldung und falscher politischer Prioritäten.

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