Ein Zwölfjähriger stach im Wielandpark in Wien-Favoriten zu: Der Minderjährige soll plötzlich ein Klappmesser gezogen und laut den bisherigen Ermittlungen „wie wild um sich gestochen“ haben. Dabei erlitt ein 15-Jähriger lebensgefährliche Stichverletzungen im Brustbereich, zwei weitere Jugendliche im Alter von 14 und 16 Jahren wurden ebenfalls durch Stich- beziehungsweise Schnittverletzungen verletzt.
Jetzt reagierte ÖVP-Integrationsministerin Claudia Bauer (vormals Plakolm) auf eine Art, die zumindest die Opposition für wenig glaubwürdig hält.
Strafmündigkeit auf zwölf Jahre senken
Bauer erneuerte ihre Forderung nach einer Senkung der Strafmündigkeit auf zwölf Jahre. Angesichts schwerer Gewalttaten durch unmündige Täter reichten erzieherische Maßnahmen allein nicht aus, erklärte sie. Es sei nicht nachvollziehbar, dass ein Zwölfjähriger nach einer derartigen Tat wieder nach Hause entlassen werde. Zudem warnte sie davor, dass solche Täter nach den Ferien wieder gemeinsam mit anderen Kindern die Schule besuchen könnten. Sie sprach sich daher für eine Anpassung der gesetzlichen Bestimmungen aus, um die Sicherheit anderer Kinder und Jugendlicher besser zu gewährleisten.
FPÖ-Anträge dazu wurden von Einheitspartei abgelehnt
Zweifel daran hat man in der Wiener FPÖ: „Wo waren denn diese Forderungen, als sie im Parlament umgesetzt hätten werden können?“, fragte etwa der dortige Klubobmann Maximilian Krauss. Er erinnerte Bauer daran, dass die FPÖ bereits im Februar 2025 einen Antrag auf Senkung der Strafmündigkeit von 14 auf zwölf Jahre eingebracht hatte. Vorgesehen war ein Maßnahmenpaket aus pädagogischen, therapeutischen und sozialpädagogischen Angeboten sowie verpflichtenden Erziehungsmaßnahmen. Bei schweren Gewalt-, Raub- und Sexualdelikten sollten zudem freiheitsbeschränkende Maßnahmen möglich sein. Der Antrag wurde von ÖVP, SPÖ, Neos und Grünen damals aber abgelehnt.
„Nichts anderes als Show- und Anlasspolitik“
Dass ausgerechnet jene Partei, die „unseren Antrag geschlossen abgelehnt hat, nach jeder Gewalttat medienwirksam härtere Maßnahmen ankündigt“, sei „nichts anderes als Show- und Anlasspolitik“, so Krauss. Sobald es im Parlament ums Eingemachte gehe, mache die ÖVP „den schnellsten Rückzieher und lasse die Opfer junger Krimineller in Wien wieder im Regen stehen“. Krauss forderte, das umfassende Maßnahmenpaket der Freiheitlichen endlich aufzugreifen, um dem massiven Anstieg der Jugendkriminalität bei unter 14-Jährigen Herr zu werden.
Zwölfjähriger nach Attacke von WEGA gefasst
Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der Zwölfjährige ursprünglich ein Treffen mit der Schwester des später schwer verletzten 15-Jährigen vereinbart. Als dessen Bruder davon erfuhr, erschien er gemeinsam mit zwei Freunden am vereinbarten Treffpunkt. Dort eskalierte die Situation innerhalb weniger Augenblicke. Nach der Tat flüchtete der Verdächtige, wurde jedoch kurze Zeit später von Beamten der WEGA angehalten. Das mutmaßliche Tatmesser wurde sichergestellt. Die Hintergründe der Auseinandersetzung sowie der genaue Tatablauf sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
