Die mutmaßliche Verleihung eines ukrainischen Ordens an Neos-Außenministerin Beate Meinl-Reisinger durch Präsident Wolodymyr Selenskyj wirft weiterhin Fragen auf: Während die Neos-Chefin vehement verneint, die Auszeichnung erhalten zu haben, wird die Ehrung nach wie vor auf der offiziellen Website des ukrainischen Präsidialamts geführt.
„Facebook“-Posting über Verleihung soll Fehler gewesen sein
Die österreichische Botschaft in Kiew hatte im Jänner 2026 bekanntgegeben, dass Meinl-Reisinger von Selenskyj mit einem Verdienstorden ausgezeichnet werde. Konkret handelt es sich dabei um den „Verdienstorden II. Klasse für den bedeutenden persönlichen Beitrag zur Stärkung der zwischenstaatlichen Zusammenarbeit, zur Unterstützung der Souveränität und der territorialen Integrität der Ukraine, für wohltätige Tätigkeiten sowie für die Förderung des ukrainischen Staates in der Welt“.
Nach parlamentarischen Anfragen der FPÖ erklärte Meinl-Reisinger jedoch, dass es weder eine offizielle Anfrage noch eine tatsächliche Verleihung gegeben habe. Laut Außenministerium beruhte die Mitteilung der Botschaft in Kiew auf einer angeblichen Unachtsamkeit von Mitarbeitern.
Orden nie offiziell angeboten?
Selenskyj habe zwar ein Dekret über Auszeichnungen unterzeichnet, der Orden sei Meinl-Reisinger aber nie offiziell angeboten oder verliehen worden. Das entsprechende Posting der Botschaft wurde gelöscht. Österreich soll die ukrainischen Behörden im Februar 2026 darüber informiert haben, dass die Auszeichnung nicht angenommen werde. Somit sei der Orden weder verliehen noch angenommen worden, heißt es im Außenministerium.
Meinl-Reisinger wird im Dekret explizit genannt
Anders scheint man das in Kiew zu sehen: Dort wird Meinl-Reisinger als österreichische Außenministerin unter den Geehrten geführt. Im Dekret Nr. 68/2026 ordnet Selenskyj an, „für bedeutende persönliche Beiträge zur Stärkung der zwischenstaatlichen Zusammenarbeit, zur Unterstützung der Souveränität und territorialen Integrität der Ukraine, für wohltätige Tätigkeiten sowie für die Förderung des ukrainischen Staates in der Welt“ unter anderem Meinl-Reisinger mit dem Verdienstorden II. Klasse auszuzeichnen.




