Wenn das Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) und der Verfassungsschutz Pause machen, muss die Bundesstelle für Sektenfragen (angesiedelt im Bundeskanzleramt) für fragwürdige Schlagzeilen sorgen – das könnte man zumindest meinen, wenn man die Einschätzung der Stelle zu Protesten gegen Windräder liest.
Corona-Kritiker auch in Anti-Windkraft-Bewegung aktiv
Im Jahr 2024 lud eine Bürgerinitiative im niederösterreichischen Tulln Kritiker der Windenergie ein; es folgten zahlreiche Stammtische von Windkraftgegnern. Doch daran stört sich die Bundesstelle für Sektenfragen: Es gehe dabei um weit mehr als nur um Windkraft, argumentierte man dort. Gegenüber der Kronen Zeitung erklärte die umstrittene Serviceeinrichtung nun, man beobachte ein Netzwerk, das während der Corona-Pandemie auf Telegram entstanden sei. Dort würden oft bekannte Personen wie der vor allem durch Corona-Demonstrationen bekannte Martin Rutter auftreten. Man schüre gezielt Angst, um Spendenaufrufe zu legitimieren oder Produkte zu bewerben. Fast jeden Tag werde in einschlägigen Kanälen etwas zum Thema Windräder gepostet.
Windkraftgegner (noch) keine „Sekte“
Immerhin: Die Windkraftgegner seien derzeit keine „Sekte“, so die „Experten“ der steuerfinanzierten Bundesstelle. Beobachten wolle man die unliebsamen Windenergiekritiker dennoch – nämlich jene Vorfälle, bei denen entsprechende Ansichten Familien entzweien würden.


