In Linz bleibt der Name Mohammed – in seinen vielfältigen Schreibweisen zusammengefasst – der beliebteste Vorname für neugeborene Buben im Jahr 2025. Das geht aus der aktuellen Vornamenstatistik der Stadt hervor, die auf Basis der Hauptwohnsitzbevölkerung zum Stichtag 1. Jänner 2026 erstellt wurde. Hinter Mohammed folgen Noah und Adam. Die Zahlen machen einmal mehr sichtbar, wie stark sich die Namenslandschaft in Teilen Österreichs verändert hat.
Kontroverse um die Zählweise
Die Stadt Linz stellt künftig auf die reine Originalschreibweise um und verzichtet auf die etymologische Zusammenfassung verschiedener Varianten wie Muhammad, Mohammed oder ähnliche. Grund sei der wachsende Aufwand durch neue Schreibweisen, heißt es offiziell. Bis 2020 hatte auch Statistik Austria solche Zuordnungen unterstützt, später aber eingestellt. In Linz führte die Zusammenfassung 2025 erneut zu Platz eins für den Namen. Kritiker sehen darin vor allem eine politisch motivierte Verschleierung.
FPÖ kritisiert Vertuschung
Der Linzer FPÖ-Sicherheitsstadtrat Michael Raml hatte bereits zu früheren Jahren den Aufstieg des Namens als „bedenkliches Symbol für die zunehmende Überfremdung“ unserer Stadt bezeichnet. Die Änderung der Statistik wird nun als weiterer Schritt gesehen, unangenehme Entwicklungen nicht mehr klar benennen zu müssen. Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ) betont hingegen, die Statistik solle „bunt und vielfältig“ sein und nicht politisch aufgeladen werden. Die Namensvielfalt habe zugenommen: Vor zehn Jahren reichten rund 80 Namen aus, um die Hälfte der Neugeborenen abzudecken, 2025 waren es bereits etwa 120.
Realität jenseits der offiziellen Listen
Bundesweit führen bei Statistik Austria für 2024 noch Elias bei den Buben und Emilia bei den Mädchen die Hitlisten an – erfasst werden alle Neugeborenen von Müttern mit Hauptwohnsitz in Österreich. In Ballungsräumen und bestimmten Bezirken mit hohem Migrationsanteil zeichnet sich jedoch ein anderes Bild ab. In Linz lag Muhammad bereits im Vorjahr vorn und blieb es 2025. Ähnliche Entwicklungen gab es in der Vergangenheit auch in anderen Städten wie Wien. Die Vielfalt der Schreibweisen trägt maßgeblich zur Spitzenposition bei, einzelne Varianten wie Mohammed kamen 2025 konkret 23 Mal vor.
Spiegel der Ethnomorphose
Die Babynamen-Statistiken sind mehr als bloße Trendmeldungen. Sie zeigen, welche kulturellen Einflüsse in der jungen Generation prägend werden. Während etablierte österreichische und mitteleuropäische Namen bei Teilen der Bevölkerung weiterhin gefragt sind, drängen Namen mit arabisch-muslimischem Hintergrund in manchen Regionen nach vorne.


