Brüssel ist erneut zum Schauplatz schwerer Ausschreitungen geworden.
Barrikaden und Gewalt
Auslöser waren Proteste gegen Sparmaßnahmen im französischen Bildungswesen. Tausende Schüler, Studenten, Lehrer und Gewerkschafter hatten gegen das sogenannte Programmdekret der Französischen Gemeinschaft demonstriert.
Dann kippte die Lage: In der Umgebung des Brüsseler Zentralbahnhofs wurden Barrikaden errichtet, Gegenstände in Brand gesetzt, Feuerwerkskörper gezündet und öffentliche Einrichtungen beschädigt – hauptsächlich von Personen mit Migrationshintergrund, wie Videoaufnahmen zeigen. Sie nützten die Proteste für Ausschreitungen.
Nur 15 Festnahmen
Die Polizei rückte mit Tränengas und Wasserwerfern an.
15 Personen wurden festgenommen, darunter Minderjährige und Erwachsene. 14 Festnahmen erfolgten aus strafrechtlichen Gründen. Vorgeworfen werden den Verdächtigen unter anderem Waffenbesitz, Sachbeschädigung, Körperverletzung, Widerstand gegen die Polizei und versuchte Brandstiftung. Ein Teil der Erwachsenen soll im Schnellverfahren vor Gericht erscheinen.
Anhaltende Gewalt
Am Freitag setzte sich die Gewalt fort. Im Internet kursierten neue Aufrufe, sich erneut in der Nähe des Parlaments der Französischen Gemeinschaft zu versammeln. Trotz verstärkter Polizeipräsenz kam es rund um den Zentralbahnhof wieder zu Zusammenstößen.
Belgische Medien sprachen von „meist jugendlichen Krawallmachern“, die sich mit der Polizei ein Katz-und-Maus-Spiel lieferten. Die Lage drohte zeitweise außer Kontrolle zu geraten, bis die Polizei Wasserwerfer einsetzte.
Vertreter der Regierungspartei angegriffen
Der niederländische Rundfunk NOS berichtete von Randalierern, die die Fassade des Parlaments der Französischen Gemeinschaft mit roter Farbe beschmiert hätten.
Der Vorsitzende der christdemokratischen Regierungspartei Les Engagés wurde in der Nähe des Parlaments angegriffen worden und musste von der Polizei in Sicherheit gebracht werden.
Änderungen im Lehrerdienstrecht
Politisch entzündete sich der Konflikt an den Sparplänen: Vorgesehen sind unter anderem höhere Studiengebühren, zusätzliche Unterrichtsstunden für Lehrer ohne entsprechenden Lohnausgleich und Änderungen bei Dienstrechtsregeln.
Doch während die einen friedlich demonstrierten, nützten offensichtlich die anderen die Gelegenheit für Gewalt und Randale.


