Polizisten

Wien sei laut Sozialforscher Ogris heute sicherer als vor 30 Jahren, weil Statistiken irreführend wären. Warum es dann notwendig ist, mehr Polizeipräsenz im öffentlichen Raum zu zeigen oder Waffen-Verbotszonen einzuführen, sagte er nicht.

3. Juni 2026 / 13:09 Uhr

Neuester ORF-Hit: Opposition soll Schuld sein am Unsicherheits-Gefühl in Wien

Das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen! Im ORF, konkret in der Sendung „Wien heute“, durfte ein Soziologe gestern, Dienstag, die Schuld am Unsicherheits-Gefühl der Menschen der Opposition in die Schuhe schieben.

Sexualdelikte explodierten

Anlass waren die Kriminalitäts-Zahlen der Statistik Austria mit erschreckenden Erkenntnissen. Besonders auffällig: Die stärkste Zunahme an Verurteilungen im Vergleich zum Vorjahr gab es bei Sexualdelikten mit einem Plus von 41,2 Prozent oder 322 Schuldsprüchen. Dabei wiederum waren die Kindesmissbrauchs-Darstellungen mit einem Plus von 81,7 Prozent der am stärksten gestiegene Bereich. Genauso wenig erfreulich: Hatten 2012 noch 46,5 Prozent aller Verurteilten keinen österreichischen Pass, waren es 2025 bereits 60,6 Prozent.


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Sozialforscher: “Statistiken irreführend”

Der ORF lud nun den Soziologen Günther Ogris ins Studio, um das Ergebnis zu analysieren. Er sagte, dass die Statistiken irreführend sein können, wenn sie nicht aufgeschlüsselt werden „und das passiert auch immer wieder, vor allem von Akteuren in der Politik, die gerade in Opposition sind, die zeigen wollen, wie schlimm etwas in einer Stadt ist.“ Es sei selbstverständlich, dass hier politisch agiert werde. Das fördere die Unsicherheit der Menschen, so Ogris. Wer ständig mit Bedrohungsbildern konfrontiert werde und zur Angst neige, der fürchte sich mehr als andere.

Ogris meinte im Hinblick auf den Bevölkerungszuwachs in Wien (vor 30 Jahren 1,5 Millionen, heute mehr als zwei Millionen), dass die Zahl der Verurteilten demnach sogar zurückgegangen sei. 

Propaganda für die SPÖ

Das ließen der Sicherheitssprecher der FPÖ Wien, Stadtrat Stefan Berger, und Mediensprecher Lukas Brucker nicht so im Raum stehen. In einer Aussendung sagten die beiden, dass der ORF-Wien-Beitrag unverhohlen Propaganda für SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig mache. Dass ausgerechnet Günther Ogris, der 2023 als zentrale Figur im Skandal um das SPÖ-Strategiepapier zur Verleumdung politischer Mitbewerber aufgeflogen sei, nun als „unabhängiger Experte” nach dem Kriminalstatistik-Beitrag von „Wien heute“ auftrete und dann auch noch live auf Sendung unwidersprochen die Opposition attackieren dürfe, sei ein unfassbarer Skandal.

Kriminalität massiv gestiegen

Tatsache sei, dass die Kriminalität in Wien massiv gestiegen ist, besonders im Bereich der Nicht-Österreicher und der Sexualdelikte. „Das spüren die Wienerinnen und Wiener tagtäglich und selbst prominente Künstler wie Melissa Naschenweng betonen, dass sie sich im roten Wien nicht mehr sicher fühlen“, entgegneten die beiden FPÖ-Politiker der Darstellung von Ogris. 


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