Der Streit zwischen dem Ehepaar Sebastian und Veronika Bohrn Mena und Falter-Chefredakteur Florian Klenk hat eine neue, persönliche Schärfe erreicht. Kurz vor der Geburt ihres Kindes veröffentlichte Veronika Bohrn Mena einen verzweifelten Text. Ihr Mann Sebastian schrieb dazu auf Facebook: „ES REICHT, FLORIAN KLENK!“
Urteil wegen Kommentar einer anderen Person
Hintergrund ist eine Serie von Postings auf Klenks Facebook-Profil, darunter ein Kommentar einer dritten Person, der Sebastian Bohrn Mena als „wertloses Wesen“ bezeichnete – begleitet von zahlreichen Kot-Emojis. Das Landesgericht für Strafsachen Wien urteilte, dass Klenk diese Postings löschen sowie die gerichtliche Entscheidung selbst veröffentlichen muss.
„Mieseste Anschuldigungen“
Die Bohrn Menas erheben gegen den Falter-Chef schwere Vorwürfe. Sie sehen in seinen wiederholten kritischen Postings einen gezielten Angriff, der sie erneut zur Zielscheibe für Hasskommentare gemacht habe – ausgerechnet in einer extrem belastenden Lebensphase. Sebastian Bohrn Mena sprach von „miesesten Anschuldigungen“ und einer „absoluten Grenzerfahrung“. Medienrechtliche Anträge gegen Klenk seien bereits eingebracht.
Florian Klenk, langjähriger Chefredakteur des linksliberalen Falter, hat sich in den vergangenen Monaten mehrfach kritisch mit der Klagsstrategie des Ehepaars auseinandergesetzt. Die Bohrn Menas gehen massiv gegen aus ihrer Perspektive Hasspostings und Likes unter solchen Beiträgen vor. Hunderte Verfahren laufen, darunter gegen Privatpersonen, Politiker und Medien. Kritiker wie Klenk warnen vor einem Einschüchterungseffekt gegenüber „dem kleinen Mann“.
Brüche im linken Lager
Der aktuelle öffentliche Schlagabtausch zeigt, wie tief die Gräben inzwischen innerhalb des linksliberalen Spektrums sind. Früher teilweise verbündete Akteure gehen nun hart gegeneinander vor. Während die Bohrn Menas ihren Kampf gegen Hass im Netz als notwendige Verteidigung darstellen, sehen Kritiker darin eine Klageflut, die auch unbescholtene Bürger trifft und die Meinungsfreiheit einengt.
Veronika Bohrn Mena steht derzeit unmittelbar vor der Entbindung. Der Zeitpunkt der Eskalation sorgt zusätzlich für Aufsehen. Das Paar macht deutlich, dass es sich von Klenk und ähnlichen Stimmen nicht einschüchtern lassen will. Gleichzeitig unterstreicht der Fall, wie der eigene Feldzug gegen vermeintlichen Hass nun auch prominente Figuren aus dem eigenen politischen Umfeld erfasst.

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