Zwei junge Männer der katholischen Studentenverbindung Rudolfina Wien wurden in der Innsbrucker Innenstadt attackiert. Sie trugen Deckel und Band, waren auf dem Weg zu einem Lokal im Rahmen des 82. Pennälertags des Mittelschüler-Kartell-Verbands (MKV).
Linkes Motiv laut Zeugenaussagen eindeutig
Der Vorfall ereignete sich am Nachmittag des 24.Mai. Zuerst gab es verbale Angriffe, dann raubten die Täter ihnen die traditionelle Kopfbedeckung, anschließend folgte die körperliche Attacke. Eines der Opfer erlitt eine Nasenfraktur, beide mussten im Krankenhaus behandelt werden, teils stationär. Zeugenaussagen zufolge sollen die Angreifer während der Tat „Antifa“ gerufen haben. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung, eine Anzeige liegt vor. Ob die politische Motivation gerichtsfest nachweisbar ist, bleibt abzuwarten. Der Vorfall löste über Parteigrenzen hinweg Empörung aus.
ÖVP schlägt plötzlich Alarm
Generalsekretär der Volkspartei Nico Marchetti reagierte deutlich. Er sprach von einem „brutalen mutmaßlich linksextremen Angriff“, der „auf das Schärfste zu verurteilen“ sei. Er ließ verlautbaren:
Angriffe aufgrund der Zugehörigkeit zu einer katholischen Studentenverbindung oder politischer Ansichten sind ein alarmierendes Zeichen politischer Verrohung
Auch der Mittelschüler-Kartell-Verband (MKV) und der Österreichische Cartellverband (ÖCV) verurteilten die Tat. ÖCV-Präsident Andre Stecher betonte, linksextremistische Gewalt gegen katholische Studentenverbindungen dürfe nicht verharmlost werden.
Das Muster linker Gewalt gegen Verbindungen
Der Fall in Innsbruck steht nicht allein. Im Jänner 2025 kam es nach dem Akademikerball in Graz zu einem schweren Angriff auf einen Burschenschafter. Sieben Personen aus dem Antifa-Spektrum mussten sich später wegen schweren Raubs vor Gericht verantworten – dem Opfer wurde die Mütze geraubt, er wurde schwer verletzt und bewusstlos zurückgelassen.
Solche Vorfälle zeigen: Linke Gewalt trifft nicht nur vermeintlich harte rechte Burschenschafter, sondern auch nichtschlagende katholische Verbindungen wie die Rudolfina Wien. Die sogenannte bürgerliche Mitte bleibt keineswegs verschont. Dennoch fällt auf, dass breite Empörung in Teilen der ÖVP oft erst einsetzt, wenn eigene Nähe besteht.
Doppelmoral?
Während beim Angriff auf Burschenschafter in Graz nichts von ÖVP-Seite zu hören war, sorgt der Innsbruck-Fall nun für klare Worte. Das wirft Fragen auf: Muss es erst die eigenen Reihen treffen, bevor die Volkspartei konsequent gegen linksextreme Strukturen vorgeht? Die Polizei in Innsbruck hat die Ermittlungen aufgenommen. Es bleibt abzuwarten, ob die Täter gefasst, die politische Dimension öffentlich anerkannt wird und die ÖVP aus ihren scharfen Worten auch politische Konsequenzen ableitet.

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