Ungarns neuer Ministerpräsident Péter Magyar macht ÖVP-Kanzler Christian Stocker in Wien klar: Für den asbestverseuchten Schotter aus dem Burgenland soll Österreich jetzt zahlen.

25. Mai 2026 / 09:59 Uhr

„Hätte nie passieren dürfen“: Ungarischer Ministerpräsident verlangt Geld von Österreich

Bei seinem ersten großen Auftritt in Wien hat Ungarns neuer Ministerpräsident Péter Magyar Bundeskanzler Christian Stocker nicht nur die Hand gereicht. Der Tisza-Politiker brachte auch handfeste Forderungen mit – darunter Entschädigung für asbestverseuchten Schotter aus österreichischen Steinbrüchen, der in Westungarn für massive Probleme sorgt.

Mehr als ein formelles Gespräch

Am 21. Mai 2026 empfing Stocker den frisch gewählten ungarischen Regierungschef in der Bundeshauptstadt. Nach dem Treffen traten beide bei einer gemeinsamen Pressekonferenz vor die Medien. Während Stocker die historisch guten Beziehungen betonte und eine gemeinsame Regierungssitzung im September ankündigte, sprach Magyar Klartext zu einem Thema, das nun für Aufregung sorgt.


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„Hätte nie passieren dürfen“

Magyar bezeichnete die Belastung durch asbesthaltiges Material aus dem Burgenland als Angelegenheit, die „nie hätte passieren dürfen“. Er forderte, dass auch der fünfte Steinbruch die Auslieferungen stoppt. Ungarn wolle „kein einziges Kilogramm mit Asbest verschmutzten Stein“ mehr. Zudem verlangte er, dass der Verursacher finanziell haftet.

Hintergrund ist ein Skandal, der seit Monaten hochkocht. In mehreren Steinbrüchen im Burgenland wurde über Jahrzehnte serpentinhaltiges Gestein mit teilweise hohem Asbestanteil abgebaut und als Schotter, Streusplitt oder Baustoff verkauft. Das Material landete nicht nur in österreichischen Gemeinden, sondern auch jenseits der Grenze in Westungarn. In Szombathely rief der Bürgermeister bereits den Gesundheitsnotstand aus. Messungen zeigten teils extrem hohe Konzentrationen von Asbestfasern in der Luft.

Sondersteuer und neue Zusammenarbeit

Neben dem Asbest-Thema stand auch die ungarische Sondersteuer auf ausländische Unternehmen auf der Agenda. Stocker nannte sie „ungerecht“ und drängte auf ein rasches Auslaufen. Magyar verwies auf sein Parteiprogramm und kündigte weitere Gespräche an, unter anderem mit der Wirtschaftskammer. Beide Seiten betonten den Willen zur Vertiefung der Zusammenarbeit. Ungarn ist für Österreich der viertwichtigste Handelspartner.

Bundeskanzler Stocker ließ die Frage einer österreichischen Entschädigungszahlung offen. Das Burgenland hat bereits Messungen durchgeführt, Betriebe geschlossen und eine Taskforce eingerichtet. Magyar kündigte an, dass eine Arbeitsgruppe bereits am Montag nach dem Treffen starten soll.

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