Steiner und Bischof Glettler

Nationalratsabgeordneter Steiner machte einen Zwischenruf, als Bischof Glettler seine Predigt dafür verwendet haben soll, die FPÖ zu diskreditieren.

9. Mai 2026 / 10:54 Uhr

So machte sich Bischof Glettler bei einer Predigt zum politischen Akteur

„Wäre er doch besser Politiker geworden“. Diesen Zwischenruf des FPÖ-Nationalratsabgeordneten Christoph Steiner bei der Feldmesse im Rahmen des Gauder Festes im Zillertal nutzte vor allem die Tiroler ÖVP dazu, um die Blauen als „regierungsunfähig“ zu erklären. Für die Medien war das ein gefundenes Fressen. 

ÖVP kehrt nicht vor eigener Tür

Abgesehen davon, dass manche Mandatare in der ÖVP – und auch Medien – offenbar an Alzheimer leiden und dadurch in Vergessenheit geriet, dass der niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) 1998 einen Pfarrer verbal attackierte, wird geflissentlich verschwiegen, dass der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler bei dieser Predigt „die FPÖ abgekanzelt und diskreditiert hat“ (so Steiner). Das wäre der eigentliche Skandal bei der Messe gewesen. 


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“Krone” zieht Kickl in Auseinandersetzung hinein

Ein Schelm, wer denkt, dass die Kronen Zeitung diesen Zwist zwischen Glettler und Steiner ausgenützt hat, um FPÖ-Chef Herbert Kickl in diesen Streit hineinzuziehen. „FPÖ gegen Bischof: Nun mischt sich auch Kickl ein“ titelte krone.at am Donnerstag, den 7. Mai. Damit bewegte sich das Blatt an der Grenze des journalistisch Erlaubten.  

Bischof machte sich zum politischen Akteur

Denn Kickl hat sich gar nicht hineingemischt, wie die Kronen Zeitung seinen Lesern unmissverständlich weismachen wollte. Tatsächlich wurde der FPÖ-Chef bei der Pressekonferenz zur Buchpräsentation des neuesten Werks von Gerald Grosz auf den Eklat bei der Predigt angesprochen. Ein Journalist fragte ihn nach seiner Meinung – und Kickl antwortete, dass Kirchenvertreter, die parteipolitische Statements abgeben und das noch dazu bei einer Predigt, sie sich damit selbst zu politischen Akteuren machen würden. Wörtlich sagte er:

Dann müssen sie sich auch gefallen lassen, dass sie von einem politischen Akteur kritisiert werden. Die Zeiten sind zum Glück lange vorbei, wo man die Kirche nicht kritisieren durfte. 

Gespräch bei einem Kaffee

Seiner Beantwortung auf die Journalisten-Frage stellte Kickl voran, dass er gehört habe, dass der Bischof eine Einladung von Steiner auf einen Kaffee angenommen habe und es in nächster Zeit ein persönliches Gespräch zwischen den beiden geben werde. Ob das die ÖVP ärgert? 


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