Anna Thalhammer und Gutachten Stefan Weber

Plagiats-Jäger Stefan Weber fand in der Diplomarbeit von Anna Thalhammer einige Textpassagen ohne Verweise auf die Originalquellen.

30. April 2026 / 17:24 Uhr

„Profil“-Chefin Thalhammer plötzlich unter schwerem Plagiats-Verdacht

„Schwerwiegender Plagiatsverdacht“! Zu diesem Schluss kommt Stefan Weber nach einer Gutachterprüfung der Diplomarbeit von profil-Chefredakteurin Anna Thalhammer. Er kommt zum Urteil: „In der Diplomarbeit finden sich anzunehmende Verstöße gegen die gute wissenschaftliche Praxis“.

Thalhammer schrieb ihre 95 Seiten starke Diplomarbeit 2010 an der Universität Wien. Der Titel: „Literatur und Politik in der DDR im Kampf um Macht. Volker Brauns Hinze-Kunze-Roman“. Der bekannte Plagiatsprüfer Dozent Dr. Stefan Weber machte einen Blick darauf – mit einem vernichtenden Gutachten, das unzensuriert vorliegt. 

Keine kritische Auseinandersetzung mit der DDR-Diktatur

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Weber fand nicht nur eine Reihe von unzitierten Textpassagen und Plagiatsfragmente, sondern bemerkte auch, dass Thalhammer in ihrer Diplomarbeit eine kritische Auseinandersetzung mit der DDR-Diktatur weitgehend vermissen lasse. Und er entdeckte Texte, die Thalhammer 2010 nahezu wortgleich wie schon vor ihr andere verwendete, ohne die Originalquelle zu nennen. 

Keine Verweise, eindeutiges Plagiat

Etwa schrieb Thalhammer: „Im Grenzfall können Hegemonie und Demokratie auch synonym sein“. Bei Wolfgang Fritz Haug (Kritisches Wörterbuch des Marxismus,1985, auf der Seite 479) heißt es: „Im Grenzfall schreibt Gramsci, sind Hegemonie und Demokratie synonym“. Weber stellt in den Ausführungen Thalhammers fest: Keine Verweise, eindeutiges Plagiat.

Thalhammer erhob selbst Plagiats-Vorwurf

Die Plagiatsvorwürfe gegen die profil-Chefredakeurin sind bemerkenswert, da Thalhammer selbst wegen Plagiatsvorwürfen gegen Falter-Chef Florian Klenk in die Öffentlichkeit ging. Im November 2025 ärgerte sie sich auf Facebook, dass Klenk einen Preis für einen Aufdecker-Artikel einheimste, der ihrer Meinung nach dem profil zustehen würde. Wörtlich meinte sie damals: „Weil ‚aufgedeckt‘ hat der Falter gar nichts. Das waren wir (bzw. ich), in etlichen Artikeln“. Siehe auch Artikel auf Oe24.

Unzensuriert hat Anna Thalhammer um eine Stellungnahme zu Stefan Webers Plagiatsvorwürfen bezüglich ihrer Diplomarbeit gebeten. Bis dato kam dazu aber keine Antwort. 

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