Die Israelitische Kultusgemeinde Wien präsentierte am 23. April ihren Jahresbericht der Antisemitismus-Meldestelle. Für das gesamte Jahr 2025 dokumentierte sie 1.532 antisemitische Vorfälle in ganz Österreich – der höchste Wert seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen. Gegenüber 2024 mit 1.520 Fällen blieb die Zahl damit nahezu unverändert auf Rekordniveau. Durchschnittlich ereigneten sich 4,2 Vorfälle pro Tag. IKG-Präsident Oskar Deutsch sprach von einem „antisemitischen Tsunami“, der sich nach dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 in eine „anhaltende Überflutung“ verwandelt habe.
Linke und muslimische Täter: Die klare Mehrheit
Die ideologische Aufschlüsselung der 1.532 Vorfälle sorgt für politischen Zündstoff. 433 Fälle – 28,3 Prozent – ordnete die Meldestelle dem linken Spektrum zu. Dazu zählen laut Definition Vorfälle, die der politischen und gesellschaftspolitischen Linken sowie dem Linksextremismus mit all seinen Spielarten, etwa der antisemitischen BDS-Bewegung und dem Antiimperialismus, zugerechnet werden konnten. 375 Fälle – 24,5 Prozent – gingen auf muslimische Täter oder Organisationen zurück, also Personen oder Gruppen, die weltanschaulich oder religiös dem Islam zuzuordnen sind, einschließlich des Islamismus.
Zusammen mit den 308 rechten Fällen (20,1 Prozent) und 416 nicht eindeutig zuordenbaren Vorfällen (27,2 Prozent) ergibt sich ein klares Bild: Linke und muslimische Hintergründe machen zusammen 808 Fälle aus – mehr als die Hälfte aller registrierten antisemitischen Vorfälle. Die Meldestelle erfasst nur verifizierte Fälle nach der IHRA-Arbeitsdefinition. Eine erhebliche Dunkelziffer bleibt unberücksichtigt.
Physische Gewalt: Muslimischer Anteil dominiert
Besonders aufschlussreich wird die Statistik bei konkreten Gewalttaten. Von den 19 physischen Angriffen auf Menschen oder Gebäude war knapp mehr als die Hälfte muslimisch motiviert. Jeweils zwei Angriffe gingen auf rechte und linke Täter zurück, vier blieben nicht feststellbar. Bei den 27 Bedrohungen mit konkreter Androhung physischer Gewalt oder Bombendrohungen lag der muslimische Anteil bei knapp der Hälfte. Hier jeweils vier Fälle von rechts und links, sieben nicht zuordenbar. Die Zahlen stammen direkt aus dem offiziellen Jahresbericht der IKG-Meldestelle und widerlegen die gängige Behauptung, physische antisemitische Gewalt sei primär ein Problem des rechten Randes.
Digitale und verbale Hetze: Linke Massenmails und Beleidigungen
Im digitalen und schriftlichen Bereich verschiebt sich das Bild weiter. Bei den 439 Massenzuschriften – also antisemitischen E-Mails, Publikationen oder Social-Media-Kampagnen an mehrere Adressaten – war exakt die Hälfte politisch links motiviert, 26 Prozent muslimisch, 16 Prozent rechts und weniger als zehn Prozent nicht zuordenbar. Bei den 842 Fällen verletzenden Verhaltens, also Beschimpfungen und Äußerungen, entfielen 27 Prozent auf muslimische, 22 Prozent auf rechte und knapp 14 Prozent auf linke Hintergründe. 77,4 Prozent aller Vorfälle hatten Israel-Bezug. Die Leugnung oder Relativierung des Holocaust nahm zu, oft ebenfalls mit Israel-Bezug. Leiter der Meldestelle Johannan Edelman betonte: „Die 1.532 verifizierten Vorfälle sind die Spitze des Eisbergs.“ IKG-Generalsekretär Benjamin Nägele sprach von einer „feindseligen Atmosphäre“, die zu Abstumpfung führe
POLITISCHE ANZEIGE der FREIHEITLICHEN PARTEI ÖSTERREICH (FPÖ). Weitere Informationen: Transparenzbekanntmachung




