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„70 Jahre FPÖ – auf dem Weg ins Kanzleramt?“ hieß die Sendung auf Oe24 mit Herbert Kickl, Peter Westenthaler, Wolfgang Rosam und Josef Kalina als Gäste.

„70 Jahre FPÖ – auf dem Weg ins Kanzleramt?“ hieß die Sendung auf Oe24 mit Herbert Kickl, Peter Westenthaler, Wolfgang Rosam und Josef Kalina als Gäste.

Kickl: „Als Freiheitlicher wirst du gelobt, wenn du gegen die eigene Familie auftrittst“

„Als Freiheitlicher wirst du gelobt, wenn du gegen die eigene Familie auftrittst oder wenn du tot bist. Beides habe ich jetzt nicht vor“, konterte FPÖ-Chef Herbert Kickl dem ÖVP-Berater Wolfgang Rosam, als dieser gestern, Mittwoch, auf Oe24 die Konstruktivität des Jörg Haider lobte. 

„Aus meiner Sicht“, so Kickl weiter, „kann man als Demokrat keine konstruktivere Politik machen, als sich auf die Seite der Bevölkerung zu stellen“. Es sei doch typisch: Sobald sich jemand von der FPÖ verabschiede, so wie es Jörg Haider mit dem BZÖ getan habe, werde er zum „Best Buddy“ von allen in dieser Republik. In diesem Moment werde er mit Komplimenten überhäuft, dann sei er der Konstruktivste, dann sei er der großartigste Staatsmann, dann sei er ein Vernünftiger und alle anderen seien dann die Bösen, die Zerstörer, die negativen Kräfte. 

Lob für Kickl von ungewohnter Seite

Oe24-Journalistin Isabelle Daniel sprach am Beginn der Sendung mit dem Thema „70 Jahre FPÖ“ Kickl ein von ihr gar nicht erwartetes Lob aus. Der FPÖ-Chef, so Daniel, sei zum Oe24-Talk gekommen, ohne zu fragen, wer noch in der Diskussionsrunde sitzen würde. Dafür zollte sie Kickl Respekt. Dieser wunderte sich darüber und meinte, allein das sei bezeichnend dafür, wie andere Vertreter der Parteien bei solchen Einladungen vorgehen würden. 

Politikberater sind in Zeitschleife hängen geblieben

Neben Rosam und Peter Westenthaler komplettierte die Runde auch Ex-SPÖ-Manager Josef Kalina, der allen Ernstes behauptete, dass Herbert Kickl gar nicht regieren wolle. „Sie hatten die Chance, Herr Kickl, und haben die Verantwortung gescheut, weil Sie gewusst haben, dass Österreich ein Sparpaket braucht“, so Kalina. 

Kickl konterte ihm, dass er manchmal das Gefühl habe, dass diese Politikberater, die da in Österreich herum seien, „und Sie sind einer davon“, dass die irgendwo in der Zeitschleife hängen geblieben seien. „Sie argumentieren gleich wie vor 20 Jahren und haben überhaupt nicht gemerkt, dass sich da einiges geändert hat“, machte der FPÖ-Chef Kalina klar, was er von ihm hält. 

Systemwechsel wichtiger als Kanzlersein

Auf die Nachfrage von Daniel, „wollen Sie überhaupt Kanzler werden?“, antwortete Kickl: 

Natürlich will ich das. Das Kanzlersein ist aber nicht das Wichtigste, der Systemwechsel ist wichtiger. Das ist der große Anspruch. Weil more of the same, das ist das, was dieses Land nicht weiterbringen wird. Im Gegenteil, da werden wir gegen die Wand fahren. Und das ist der entscheidende Unterschied.

„Regierungsfähige“ Parteien führten Österreich in den Abgrund

Kickl warf Kalina auch vor, den falschen Begriff von Verantwortung zu haben. Seit dem Jahr 2015 hätten alle anderen Parteien bis jetzt regiert („mit Ausnahme von eineinhalb Jahren, als die FPÖ eine ordentliche Regierungsbilanz hingelegt hat“), die Schwarzen, die Roten, die Grünen und die Neos. Kickl wörtlich:

Und was ist das Ergebnis dieser Regierungsfähigkeit? Dass wir, was die Wirtschaftsentwicklung und Wirtschaftsleistung betrifft, ganz hinten in der Tabelle sind, dass wir bei der Teuerung ganz vorne sind, dass die Firmenpleiten explodieren, dass die Schulden durch die Decke gehen, dass wir eine riesige Baustelle im Ausländerbereich haben, dass das Bildungssystem ein Desaster ist, dass das Gesundheitssystem hin ist – das ist die Leistungsbilanz der Parteien, die sich exklusiv für regierungsfähig erklären.


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