ORF-Stiftungsrat Peter Westenthaler hat Neos-Bildungsminister Christoph Wiederkehr in einem Brief, der unzensuriert vorliegt, aufgefordert, das Abkassieren des ORF von Schülern zu beenden.Â
Eltern müssen doppelt zahlen
Westenthaler hatte sich bereits in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker am 9. Februar darüber empört, dass der ORF von jeder Schulklasse, die zu Besuch ins ORF-Zentrum kommt, 165 Euro abkassiere. Jetzt schrieb er den „Schülerminister“ direkt an und kritisierte, dass die Eltern dieser Schüler – je nach Bundesland – bereits zwischen 183,60 bis 240 Euro jährlich an Zwangssteuer namens ORF-Haushaltsabgabe leisten müssten. Wenn ihre Kinder, oft zwangsbeglückt durch Schulen, das ORF-Zentrum besuchen, würden sie erneut zur Kassa gebeten, so Westenthaler in seinem Schreiben.Â
Jugendbildung Kernauftrag des ORF
„Halten Sie das für in Ordnung?“, fragte der ORF-Stiftungsrat in seinem Brief Wiederkehr. Und er machte den Bildungsminister auf die Aufgaben des Staatsfernsehens aufmerksam:
Laut Paragraf 4 ORF-Gesetz gehört zum Kernauftrag des ORF die Förderung von Volks- und Jugendbildung. Der ORF soll laut Gesetz als „öffentliche Mediathek“ Wissen vermitteln. Die Zwangseintrittsgebühren für Kinder und Jugendliche können damit nicht gemeint sein. Nein! Sie widersprechen diesem offenen und öffentlichen Bildungsauftrag im Grundsatz!
Westenthaler macht Wiederkehr Vorschlag
Westenthaler will dieser „Schüler-Abzockerei“ nicht mehr länger tatenlos zusehen. Sein Vorschlag an Wiederkehr:Â
Drei aus Ihrer Partei. Neun Stiftungsräte kommen aus dem von der Regierung besetzen Publikumsrat. Gemeinsam könnten wir mit einem Antrag im ORF-Stiftungsrat im Sinne der jungen Menschen und ihrer Eltern diesem sinnlosen Abkassieren einer völlig außer Rand und Band geratenen, uneinsichtigen und herzlosen ORF-Führung ein Ende setzen.Â


