Die bosniakische Gemeinde in Graz möchte im Stadtteil Punktigam eine Moschee für 600 Moslems errichten.

9. Oktober 2025 / 07:59 Uhr

Großmoschee in Graz spaltet Stadtpolitik und verärgert Anrainer

In Graz soll eine Großmoschee für 600 Moslems entstehen. Das spaltet nicht nur die Stadtpolitik, sondern sorgt auch für große Aufregung bei den Anrainern.

Dass ausgerechnet eine Moschee urplötzlich aus dem Boden schießen soll, stößt so manchem – insbesondere so kurz nach dem Amoklauf der Stadt – sehr sauer auf. Zumal dieses Gebäude nicht nur einen bautechnischen Konflikt darstellt, sondern insbesondere einen religiösen.

Angst vor weiterem Konfliktherd

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Brisant: Bei der moslemischen Gemeinde, die als Bauherr der Moschee auftritt, handelt es sich nicht etwa um eine türkische oder arabische Gemeinde, sondern um eine bosniakische. Das könnte ein weiterer Konfliktherd sein.

Geplant ist die erwähnte Moschee in der Gmeinstraße im Bezirk Puntigam, wo Anrainer bereits über ein sehr hohes Verkehrsaufkommen und entsprechende Lärmbelästigung klagen. Zudem existiert bereits ein Gebäuderaum für 300 Moslems, welcher sich durch den Bau der Moschee nun verdoppeln soll.

ÖVP-Bezirksvorsteher schiebt Verantwortung Behörde zu

Sauer stößt das Projekt ÖVP-Bezirksvorsteher Helmuth Scheuch auf. Er sagte gegenüber ORF Steiermark:

Ich habe vollstes Verständnis für die Anrainer, dass dieses Bauwerk möglicherweise optisch nicht hineinpasst, aber das muss die Behörde entscheiden.

KPÖ-Bürgermeisterin Kahr schweigt noch

Die Stadtregierung mit KPÖ-Bürgermeisterin Elke Kahr hat bis dato noch keine Stellungnahme abgegeben. Dagegen hat der FPÖ-Spitzenkandidat für die Grazer Gemeinderatswahl, Renè Apfelknab, eine klare Meinung zur Großmoschee, wie er ebenfalls dem ORF Steiermark mitteilte:

Wie die Vorgangweise war, wie es zu dieser Genehmigung gekommen ist, ist für uns auch sehr bedenklich. Jetzt soll das doppelt so groß werden, für 600 Moslems. Jetzt muss man sich vorstellen, wenn die alle mit dem Auto kommen, löst das Beschwerden bei den Anrainern aus, und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass das künftig gelöst wird.

Gutachten fehlen noch

Stadtplanungschef Bernhard Inninger gibt dem Projekt trotz Bedenken grünes Licht. Es sei alles korrekt gewesen, „aus unserer Sicht stehen wir zu diesem positiven Gutachten, das wir im Bauverfahren erstattet haben“.

Hoffnung für die kritischen Anrainer: Vonseiten der Baubehörde der Stadt Graz sind noch Gutachten ausständig. Bis es einen Termin für eine Bauverhandlung gibt, dürfte es also noch dauern.

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