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Zum zweiten Mal lancierten britische Zeitungen den Wunschkandidaten von US-Präsident Joe Biden für das Amt des NATO-Generalsekretärs.

5. Juli 2023 / 16:04 Uhr

Nachfolger für Stoltenberg: USA wollen ihre beste Verbündete durchbringen

Schon Ende März berichtete die britische Zeitung The Sun über den Wechsel Ursula von der Leyens von der Spitze der EU-Kommission zur Spitze des Nordatlantischen Verteidigungsbündnisses NATO.

Gerüchte brodeln seit Monaten

Drei Monate später verdichten sich die Gerüchte, wonach die 64-Jährige für das Amt des NATO-Generalsekretärs auserkoren ist. Und zwar von den Amerikanern. Laut britischer Zeitung Daily Telegraph soll sich US-Präsident Joe Biden jetzt höchstpersönlich dafür einsetzen, dass von der Leyen den Norweger Jens Stoltenberg als NATO-Generalsekretär ablöst.

Im März hieß es noch, dass Großbritannien wahrscheinlich ein Veto gegen die CDU-Politikerin einlegen werde, weil sie in ihrer früheren Funktion als deutsche Verteidigungsministerin gescheitert war. Davon ist nicht mehr die Rede.

Vertreterin amerikanischer Interessen

Doch die Amerikaner sehen das ganz anders: Für Biden gibt es keinen anderen geeigneteren Kandidaten für die amerikanischen Interessen. Einer der Gesprächspartner des Daily Telegraph sagte, dass der amerikanische Präsident und die EU-Kommissionspräsidentin kürzlich „enge Beziehungen“ im Rahmen der transatlantischen Zusammenarbeit geknüpft hätten.

Die Zeitung berichtet, dass von der Leyen schon vor einiger Zeit begonnen hat, sich mehr auf US-Geheimdienste als auf Europa zu verlassen, da letztere falsche Informationen über die russischen Pläne und Bewegungen in der Ukraine geliefert hatten. So waren die meisten Nachrichten des britischen Geheimdienstes falsch.

Keine Wahl des NATO-Generalsekretärs

Von der Leyen ist damit die Idealkandidatin für die USA. Seit Monaten arbeiten sie an diesem Jobwechsel. Bisher soll sich die EU-Kommissionspräsidentin verweigert haben, weshalb die Amtszeit des Norwegers Stoltenberg außerplanmäßig verlängert worden war. Doch nun will er nicht mehr weiter im Amt bleiben und die Entscheidung muss fallen.

Dabei wird der NATO-Generalsekretär nicht gewählt. Die 30 Mitgliedstaaten einigen sich hinter verschlossener Tür auf eine Person, wobei die USA ein großes Mitspracherecht für sich in Anspruch nehmen. Selbst stellen sie normalerweise keinen Kandidaten auf, da ohnedies ein US-General traditionell als Oberster Alliierter Befehlshaber in Europa fungiert.

Postenschacher im Hinterstübchen

Biden soll mit von der Leyen bereits ein privates Gespräch geführt haben. Sie solle im Oktober ihr neues Amt antreten, nachdem die Amtszeit Stoltenbergs nach Beginn des Ukraine-Kriegs außerplanmäßig verlängert worden war und jetzt zu Ende geht. Von der Leyen möchte aber erst im kommenden Jahr auf den Posten wechseln.

Offiziell ließ von der Leyen aber durch einen Sprecher in Brüssel verlauten, dass sie für das NATO-Amt weder jetzt noch in Zukunft zur Verfügung stünde.

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