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Farbattacke auf Klimt-Gemälde

„Warum schütten Sie Klimt an, Herr Wagner?“ – In der Krone durfte sich einer der extremistischen Schütt-Aktivisten wortreich rechtfertigen.

27. November 2022 / 11:00 Uhr

„Kronen Zeitung“ inszeniert Klimt-Schütter als modernen Robin Hood

Dass der Kampf gegen den Klimawandel selbst in seinen radikalsten Ausprägungen die volle Unterstützung der abgehobenen Journalisten-Blase erfährt, kann man heute in der Kronen Zeitung auf zwei Seiten bewundern. Das sich sonst gerne volksnah gebende Boulevard-Blatt inszeniert dort einen der beiden Tatbeteiligten der Farbattacke auf ein Klimt-Gemälde im Wiener Leopold-Museum als modernen Robin Hood. Die Bewunderung für seine Aktion trieft geradezu aus den pseudokritischen Fragen der Interviewerin Conny Bischofberger.

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Bischofberger bewarb ihr Interview auf Twitter.

Klimt-Schütter lobt Grün-Politiker

Dankenswerterweise behelligt die Krone mit dem Gespräch unter dem Titel „Warum schütten Sie Klimt an, Herr Wagner?“ nur den konstant kleiner werdenden Kreis ihrer Print-Leser und versteckt das Gespräch online hinter ihrer neuen Abkassier-Wand namens Krone plus. Die Selbstverliebtheit des selbsternannten Weltretters namens Florian Wagner, Mitglied der extremistischen Gruppe „Letzte Generation Österreich“, ist ohnehin kaum erträglich. Interessant ist lediglich sein kaum verhohlenes politisches Bekenntnis zu den Grünen, denen er für ihre Regierungsarbeit kein schlechtes Zeugnis ausstellen will:

Apropos Politik. Wie zufrieden sind Sie mit den Grünen in der Regierung?

Na ja, die Grünen haben 26, die ÖVP 71 Mandate. Deshalb hat die ÖVP viel größere Möglichkeiten, Dinge zu blockieren oder voranzubringen. Einzelne wie Werner Kogler und Leonore Gewessler haben das Ausmaß der Krise sehr wohl begriffen und tun das in ihrem Rahmen Mögliche.

Kronen Zeitung, 27.11.2022, Seite 43

Dank für Koglers „Brandrede“

Das Lob in Richtung des Vizekanzlers ist wenig verwunderlich, hat Kogler doch zuletzt die Klima-Kleber und -Schütter im Parlament in einer Brandrede gegen Kritik verteidigt – wobei der Begriff „Brand“ durchaus doppeldeutig zu verstehen sein könnte, wie FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz vermutete, der Kogler via Zwischenruf die Frage stellte: „Sind wir ein bissl angsoffen?“

Kommt jetzt Interview mit Sellner?

Man darf gespannt sein, ob sich Conny Bischofberger für die nächste Sonntags-Krone um ein Interview mit einem führenden patriotischen Aktivisten bemühen wird. „Warum haben Sie das Asylheim blockiert, Herr Sellner?“, wäre ein schöner Titel für eine einfühlsame Homestory. Zu befürchten ist jedoch, dass der unerschrockenen Journalistin noch von höherer Stelle bedeutet wird, dass die unkontrollierte illegale Masseneinwanderung für Österreich – im Gegensatz zu Klimawandel und Corona – gar keine reale Gefahr ist, sondern von Schwurblern und Rechtsextremisten erfunden wurde, um ihre dunkle und staatsfeindliche Agenda voranzutreiben.

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