Gestern, Sonntag, waren 156 Millionen Brasilianer aufgerufen, ihren nächsten Präsidenten zu wählen.
Aus klarem Sieg wurde Kopf-an-Kopf-Rennen
An den Start gingen zwei Kandidaten, der amtierende rechte Präsident Jair Bolsonaro und der linke Herausforderer Luiz Ignacio Lula da Silva. Laut Umfragen hätte es ein klarer Sieg Lula da Silvas werden müssen, denn er lag bis zu 15 Prozent vor Bolsonaro. Geworden sind es dann für Lula 48,4 Prozent und für den Amtsinhaber 43,2 Prozent.
Rechte Parteien siegen bei Parlamentswahl
Das ist jedoch noch kein Grund zum Feiern für die Linken. Denn gleichzeitig fanden auch die Parlamentswahlen in Brasilien statt. Und dort konnten die rechten Parteien 19 der 27 zu vergebenden Sitze im Senat einheimsen. Und erste Auszählungen sagen auch ein starkes Ergebnis von Bolsonaros Partei im Unterhaus voraus.
Und damit muss auch der ORF zur Stichwahl schreiben, dass „Bolsonaro gestärkt aus dem ersten Wahlgang hervorgeht“, und zitiert:
Der „Bolsonarismus“ habe diese erste Runde gewonnen.
Keine rechte Freude auf linker Seite
Die zweite Runde des Wahlkrimis wird nun am 30. Oktober geschlagen und ein Ergebnis bringen. Doch selbst im APA-Bericht keine Spur von linkem Optimismus, vielmehr die deutliche Vorbereitung auf das, was der Politikwissenschaftler Michael Shifter spricht:
Statt des großen Comebacks (für Lula, Anm.) könnte es der große Umsturz werden.