Seit Jahrzehnten prägte er die Schweizer Volkspartei (SVP). Er schrieb mehrere Bücher und sein Bruder schrieb auch eines über ihn. Christoph Blocher prägte sowohl die SVP als auch die Schweiz viele Jahre lang. Nun möchte er sich aus der Parteipolitik zurückziehen.
SVP verdankt ihm ihren Aufstieg
Blocher war maßgeblich für den Aufstieg der SVP zur heute stärksten Partei im Berner Parlament verantwortlich. Die SVP setzte sich in vielen Volksabstimmungen durch, darunter bei der Ablehnung eines Schweizer EU-Beitritts und später beim Verbot von neuen Minarett-Bauten. Mit seiner demonstrativen Inländerfreundlichkeit und seinem patriotischen Politikstil war Blocher für die Linken bereits ein “Rechtspopulist”, als diese neue Strömung im politischen Leben Europas noch wenig bekannt war.
Aber jetzt hält es der 80-Jährige für notwendig, kürzer zu treten und von der Bühne abzutreten. Laut Neuen Züricher Zeitung (NZZ) sagte er:
Ich merke, meine Kräfte lassen nach, etwa das Gedächtnis.
Jetzt müssten die Jüngeren übernehmen. Er mische sich kaum noch ins Tagesgeschäft ein.
Kein kompletter Rückzug aus der Politik
Im ursprünglichen SRF-Gespräch wirkte es so, als ob Blocher sich vollständig aus der Politik zurückziehen wollte. Dem ist jedoch nicht so:
Aus der Parteipolitik ziehe ich mich zurück, nicht aber aus der Politik.
Alles andere wäre auch sehr seltsam gewesen, steht der NZZ zufolge “mit dem EU-Rahmenabkommen doch die Schlacht aller Schlachten ins Haus.” So ist es abwegig zu glauben, “ein Politiker wie Christoph Blocher trete den Rückzug aus der Politik an – und zwar just in dem Moment, in dem es um die Unabhängigkeit der Schweiz gehe.”