Einen Schildbürgerstreich der Sonderklasse legt jetzt die Schweizer Warenhauskette Manor in der von den Medien hochgekochten internationalen “Rassismus-Debatte” hin. Das große Handelshaus nimmt jetzt einfach Schokoprodukte mit dem Namen „Mohrenköpfe“ aus dem Sortiment.
Diese Naschereien aus Schaumzucker mit Waffel und Schokoladeüberzug, oft auch als „Schokokuss“ tituliert, werden in der aktuellen Diskussion um Rassenunruhen in den USA im Zusammenhang mit dem Begriff „Mohr“ als „verfänglich und negativ konnotiert“ bezeichnet. Einen ähnlich scheinheiligen Eiertanz gab es vor Jahren auch hierzulande um die beliebte Mehlspeise “Mohr im Hemd”, den es aber mittlerweile wieder in vielen Gasthäusern gibt, ohne dass deshalb irgendein Schwarzer zu Schaden kam.
Mohren leitet sich vom Altdeutschen Wildschwein ab
Dabei wurde die Regalbeschriftung in den Manor-Filialen auch schon vor Jahren geändert. Die Produktionsfirma Richterich bittet ihre „Schokoküsse“ aber weiterhin als „Mohrenköpfe“ an. Und das tut sie aus gutem Grund, wie sie die Öffentlichkeit und die Medien wissen lässt:
„Mohren“ sei der Spitzname für Menschen aus Laufen, wo die Firma ansässig ist. Das Wort „Mohren“ komme von Moor, was im Altdeutschen „Wildschwein“ bedeutete. Die Firmengründer hätten deshalb vor rund 80 Jahren ihren eigenen „Mohrenkopf“ kreiert.
In der norddeutschen Hansestadt Lübeck behalf sich vor einigen Jahren ein Konditormeister, indem er seine “Mohrenkopf-Torte” einfach “Othello” genannt hat. Georg Danzer hätte gesagt, “…a neue Bezeichnung für die oide Façon” (Textzeile aus “anplagged”).