Die kleinen roten Ketchup-Tütchen, die seit Jahrzehnten zu den Pommes gehören, sollen aus Österreichs Lokalen verschwinden. Mit der EU-Verpackungsverordnung (PPWR) verbietet Brüssel ab dem 1. Jänner 2030 Einweg-Kunststoff-Portionen für Ketchup, Mayo, Senf, Zucker und Kaffeesahne, sobald Gäste vor Ort essen. Wer mitnimmt oder im Drive-in isst, darf weiter die gewohnten Sackerl bekommen. Krankenhäuser und Pflegeheime bleiben aus Hygienegründen ausgenommen.
Brüssel regelt den Esstisch
Die Verordnung die im Dezember 2024 beschlossen wurde und seit August 2026 gilt, zielt laut EU-Kommission auf weniger Verpackungsabfall. Besonders im Visier: kleine Portionspackungen, die nach wenigen Sekunden im Müll landen und schwer zu recyceln sind. Statt der praktischen Tütchen sollen Gastronomen auf Spender, kleine Glasschälchen oder Kännchen umsteigen. Die Betriebe entscheiden selbst über die genaue Umsetzung.
Praxis trifft Ideologie
Für viele Wirte bedeutet die Umstellung zusätzlichen Aufwand und Kosten, während die Gäste ihre Gewohnheiten ändern müssen. Die EU setzt mit der PPWR auf weitreichende Reduktionsziele beim Verpackungsmüll. Ob die Verbote den erhofften Effekt bringen oder vor allem den Alltag komplizierter machen, zeigt sich erst ab 2030. Bis dahin bleibt das Ketchup-Tütchen noch erlaubt – danach entscheidet Brüssel über die Portionsgröße am Esstisch.
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