Die Suche nach dem Nachfolger von António Guterres stockt. Nun bringt die US-Regierung laut einem Bericht der Wall Street Journal einen Namen ins Spiel, der in New York und Brüssel für Aufsehen sorgt: Viktor Orbán. Die Idee soll von amerikanischer Seite stammen und dem früheren ungarischen Regierungschef angetragen worden sein. Er soll nur antreten, wenn die Chancen klar sind. Offiziell äußerte er sich nicht.
Washington setzt auf den Ungarn
Laut Wall Street Journal haben Quellen aus drei Ländern bestätigt, dass die Trump-Administration Orbán als gemeinsamen Kandidaten der USA, Russlands und Chinas sieht. Ein Mitarbeiter des State Department nannte ihn den „dream MAGA conservative candidate“. Hintergrund sind frühere Gespräche, in denen US-Beamte wiederholt von „someone like Orbán“ sprachen und russische wie chinesische Gesprächspartner zustimmten. Orbán pflegte enge Kontakte zu Trump und suchte während seiner Amtszeit die Nähe zu Moskau und Peking. Nach seiner Niederlage im April gegen Péter Magyar und die TISZA-Partei bleibt er Vorsitzender der Fidesz.
Moskau zieht die Verfahrensbremse
Der stellvertretende russische Außenminister Alexander Alimow erklärte gegenüber Interfax, dass weder Russland noch die USA oder China Orbán nominieren werden. Die ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates nominieren traditionell keine eigenen Kandidaten. Russland habe von dem Vorstoß erst aus den Medien erfahren. Sollte ein anderer Staat Orbán vorschlagen, werde Moskau die Frage prüfen. Selbst wenn die drei Großmächte sich jedoch auf Orbán einigen, bleiben Frankreich und Großbritannien als ständige Mitglieder mit Vetorecht.
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