ÖVP-Bundeskanzler Christian Stocker greift in der politischen Auseinandersetzung mit FPÖ-Chef Herbert Kickl in die unterste Schublade und bedient sich der Faschismuskeule. Kickl spricht von „unanständiger Geschichtsverdrehung“ und von „fast psychotischen Botschaften“.
Anspielung auf die Zeit des Faschismus
Nur noch fünf Prozent sind mit der Bundesregierung zufrieden, die absolute Mehrheit der Österreicher wünscht sich Neuwahlen und die Regierungsparteien ÖVP, SPÖ und Neos stecken tief in einem Umfrage-Desaster. Was tut Stocker? Er nützt eine Interview-Serie, um die Freiheitlichen ins rechte Eck zu stellen.
Als es um den Vergleich zwischen FPÖ und AfD ging und um die Frage nach gemeinsamen Eltern, sagte Stocker wörtlich:
Ersparen Sie mir die Frage danach. Es ist eine historische Antwort. Man kann ins letzte Jahrhundert schauen, dann wird man sie finden.
Die Anspielung auf die Zeit des Faschismus ging FPÖ-Chef Kickl zu weit. In einer Aussendung konterte er:
Diese unanständige Geschichtsverdrehung von Christian Stocker kann man so nicht stehen lassen: Den Faschismus in Österreich haben die Christlichsozialen eingeführt, und das Bild des damaligen Diktators (Engelbert Dollfuß, Anm. d. R.) hing jahrzehntelang in den Klubräumlichkeiten der ÖVP! Offenbar kennt der Bundeskanzler ohne Wählerauftrag seine eigene Parteigeschichte noch weniger als die der FPÖ.
Stocker lobte Kompromisse in Verlierer-Ampel
Auch die von Stocker präsentierten Vorhaben wie die Paketabgabe, die Gesundheitsreform oder die Sozialhilfereform stießen beim FPÖ-Chef auf völliges Unverständnis. Stocker hatte dabei unter anderem auf notwendige Kompromisse innerhalb der Verlierer-Koalition verwiesen und die eigene Budgetdisziplin trotz gegenteiliger Warnungen des Fiskalrates verteidigt.
Der Noch-Bundeskanzler ohne Wählerauftrag verbreite laut Kickl fast schon psychotisch seine gebetsmühlenartigen Formeln, hohlen Floskeln und Botschaften, die ihm in Wahrheit schon lange keiner mehr abkauft. „Wie oft wurde von dieser Regierung schon der sogenannte Kompromiss wie die heilige Kuh durchs Dorf getrieben?“, fragt sich der FPÖ-Chef.
Diskussion zum Artikel auf unserem Telegram-Kanal:
Kommentare erscheinen zu Kanalbeiträgen mit freigeschalteter Diskussion (ohne Bot-Button unter dem Post).
Telegram-Diskussion — nicht automatisch geladen.