Giorgia Meloni, Italiens rechte Regierungschefin, plant den Anteil von Kindern ohne italienische Staatsbürgerschaft pro Klasse zu begrenzen
Schleierverbot und Sprachpflicht für Eltern
Außerdem will sie Burkas und Nikabs in Schulen verbieten. Schülerinnen müssten mit unbedecktem Gesicht zum Unterricht erscheinen, erklärte sie bei einer Jugendveranstaltung ihrer Partei Brüder Italiens (Fratelli d’Italia).
Eltern von Schülern mit erheblichen Integrationsproblemen sollen außerdem verpflichtet werden, Italienisch zu lernen.
Italien: „Nur“ zwölf Prozent ohne italienischen Pass
Nach Angaben des Forschungsinstituts Fondazione ISMU besitzen knapp zwölf von 100 Schülern in Italien nicht die italienische Staatsbürgerschaft.
Damit ist Italien deutlich besser als Österreich. Aktuelle Daten des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) und der Statistik Austria zeigen, dass im Schuljahr 2024/25 rund 21 Prozent der Schüler keine österreichische Staatsbürgerschaft besitzen.
Erinnerung an Österreichs „Ausländer-Volksbegehren“
Österreich hat daher schon viel früher die Probleme erkannt. 1993 initiierte die FPÖ unter Jörg Haider das Volksbegehren „Österreich zuerst“, wo unter anderem verlangt wurde, den Anteil von Kindern mit nicht-deutscher Muttersprache in Schulklassen auf höchstens ein Drittel zu begrenzen.
Heute wirkt diese Grenze vor allem mit Blick auf Wien anachronistisch, denn der Anteil von Schülern mit ausländischer Staatsbürgerschaft liegt an Wiener Schulen längst bei rund 37 bis 39 Prozent. Es ist gar nicht mehr möglich – auch nicht in Privatschulen – dass Kinder mit österreichischem Pass zwei Drittel in einer Klasse stellen. Abgesehen davon, dass die vielen, vielen Passösterreicher noch hinzukommen.
Unterschiedliche Zahlen, ähnliche politische Konflikte
30 Jahre später fordert nicht eine Oppositionspartei eine Begrenzung der Ausländer, sondern das Vorhaben wird von oberster Stelle betrieben. In Italien.
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