Auch nach zehn Jahren sind afghanische und syrische Frauen mehrheitlich arbeitslos.

2. September 2026 / 15:04 Uhr

Mehrheit der syrischen und afghanischen Frauen bleibt nach zehn Jahren arbeitslos

Zehn Jahre nach der illegalen Einwanderung sind ein Großteil der Syrerinnen und Afghaninnen noch immer nicht in Arbeit. Eine aktuelle Untersuchung des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) zeigt, wie langsam sich die Erwerbsintegration bei weiblichen Flüchtlingen entwickelt.

Nach Jahren noch immer niedrige Erwerbsquote

Besonders deutlich wird das beim Blick auf die Zuwanderungsjahrgänge 2015 und 2016. Nach fünf Jahren waren laut ÖIF bei den Frauen aus Syrien und Afghanistan erst rund 18 Prozent erwerbsintegriert. Nach acht beziehungsweise neun Jahren lag der Anteil bei rund 40 Prozent. Als erwerbsintegriert gelten dabei jene Personen, die in einem Jahr mindestens 90 Tage selbstständig oder unselbstständig beschäftigt waren.

Damit bleibt eine Mehrheit auch viele Jahre nach der Ankunft unter diesem Mindestmaß an Beschäftigung. Auch bei den männlichen Asylanten sieht es nicht gut aus: Von den männlichen Migranten aus Syrien und Afghanistan war nach fünf Jahren nur etwas mehr als die Hälfte erwerbsintegriert, nach sieben Jahren waren es 76 Prozent.

Syrerinnen schneiden besonders schwach ab

Auch zwischen den Herkunftsländern gibt es Unterschiede. Afghanische Frauen finden laut ÖIF etwas schneller in den Arbeitsmarkt als syrische Frauen. Nach acht beziehungsweise neun Jahren liegt ihre Erwerbsintegration dennoch nur bei rund 40 Prozent. Bei syrischen Frauen bewegt sie sich ebenfalls auf niedrigem Niveau.

Der Abstand zur weiblichen Gesamtbevölkerung ist beträchtlich. 2024 lag die Erwerbstätigenquote von Frauen in Österreich bei 70,7 Prozent. Bei Frauen mit Migrationshintergrund waren es 64,3 Prozent. Frauen aus Syrien, Afghanistan und dem Irak kamen dagegen lediglich auf 24,3 Prozent.

Ukrainerinnen deutlich schneller

Wie unterschiedlich Integration verlaufen kann, zeigt der Vergleich mit ukrainischen Kriegsflüchtlingen. Von den Frauen aus der Ukraine, die 2022 nach Österreich kamen und Schutz erhielten, waren zwei Jahre später 35 Prozent erwerbstätig. Bei den 2015/16 zugewanderten syrischen und afghanischen Frauen dauerte der Einstieg in den Arbeitsmarkt dagegen wesentlich länger.

Auch bei anderen Zuwanderungsgruppen sind die Werte höher. Frauen aus der Türkei erreichten 2024 eine Erwerbstätigenquote von 56 Prozent, Frauen aus EU-Staaten vor 2004, EFTA-Staaten und Großbritannien kamen auf 74,7 Prozent.

Hohe Arbeitslosigkeit verschärft das Bild

Die aktuellen Arbeitsmarktdaten des ÖIF zeigen zudem, dass die niedrige Erwerbsbeteiligung nicht das einzige Problem ist. Im Jahresdurchschnitt 2025 lag die Arbeitslosenquote bei Syrerinnen bei 43,9 Prozent, bei Afghaninnen bei 36,7 Prozent und bei Irakerinnen bei 31,6 Prozent. Zum Vergleich: Die Arbeitslosenquote aller Frauen in Österreich lag bei deutlich niedrigeren Werten.

Kinder spielen eine wichtige Rolle

Warum Frauen beim Berufseinstieg deutlich langsamer vorankommen, lässt sich nicht auf einen einzigen Faktor reduzieren. Eine vom ÖIF beauftragte Befragung unter rund 8.000 Zuwanderern zeigt allerdings einen markanten Zusammenhang mit der familiären Situation: Frauen mit Kindern unter 15 Jahren hatten eine um 18 Prozent geringere Wahrscheinlichkeit, in Österreich erwerbstätig gewesen zu sein. Bei Frauen mit Fluchthintergrund war der Unterschied mit 22 Prozent noch größer.

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