Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos) ließ sich für seinen großen Auftritt zur Bildungsreform professionell schminken – und schickte die Rechnung an den Steuerzahler. 420 Euro flossen an die Visagistin S. K., vier Personen wurden zurechtgemacht, darunter der Minister selbst. Das steht in seiner Antwort auf eine Anfrageserie der Grünen-Abgeordneten Alma Zadić.
Trügt der Schein?
Anlass war die Präsentation des “Plan Zukunft” am 21. April in Wien. Rund 180 Gäste, Kameras, große Ansage. Wiederkehr schrieb an Zadić: “Für die Veranstaltung ‚Präsentation Plan Zukunft‘ am 21. April 2026 wurde die Dienstleistung der Visagistin S. K. in Anspruch genommen, die insgesamt vier Personen (einschließlich meiner Person) betreute.“ Eine Aufteilung der Kosten auf die einzelnen Gesichter sei “nicht möglich”.
Puderpinsel statt Sparpinsel
Die Regierung predigt Haushaltsdisziplin, Österreich steckt im Defizitverfahren, die Ministerien sollen kürzen. Gleichzeitig gaben die Ressorts im zweiten Quartal 2026 11,4 Millionen Euro für externe Berater und Dienstleistungen aus. Spitzenreiterin: Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP) mit 5,1 Millionen Euro, vor allem für Publikationen und Sprachkurse für Beamte. Wiederkehrs Haus kam im selben Zeitraum auf 224.279,60 Euro Beraterkosten.
Schon einmal kassiert, schon einmal kritisiert
Bei Wiederkehr handelt es sich um keinen Einzelfall. Bereits zu Beginn seiner Amtszeit ließ er sich für eine Pressekonferenz zum Handyverbot an Schulen von einer Visagistin herrichten. Im November 2025 kam eine weitere Rechnung ans Licht: 348 Euro Steuergeld fürs Schminken vor einer Pressekonferenz. FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz nannte das damals ein Symbol für eine Regierung, die „sich selbst etwas zu gönnen“ wisse, „während sie von der Bevölkerung ständige Zurückhaltung und Verzicht verlangt“. Schminken könne der Minister, „aber dann soll er das bitte doch selbst bezahlen“.
