Das Kopftuchverbot für Schüler unter 14 Jahren soll im September in Kraft treten (Symbolbild).

26. August 2026 / 07:14 Uhr

Kopftuchverbot vor dem Start: Vater droht mit Flucht nach Syrien

In einer Wiener Volksschule prallen gerade Welten aufeinander. Ein Vater soll einer Lehrerin angekündigt haben, mit seiner Familie nach Syrien zu ziehen, sollte das neue Kopftuchverbot an Schulen konsequent umgesetzt werden. Gleichzeitig berichtet die Pädagogin von Buben, die Mitschülerinnen ohne Kopftuch schikanieren.

„Dann ziehen wir nach Syrien“

Caroline W., 24 Jahre alt und Volksschullehrerin in Wien, schildert gegenüber Heute ihren Schulalltag. In ihrer kommenden vierten Volksschulklasse sitzen 25 Kinder. Nach ihren Angaben hat keines Deutsch als Muttersprache, obwohl etwa die Hälfte in Wien geboren wurde. Rund zwei Drittel ihrer Schüler sprechen Arabisch, nach ihrer Darstellung auch oft während des Unterrichts. Besonders brisant ist die Reaktion eines Vaters. Er habe ihr erklärt, dass er mit seiner Familie nach Syrien ziehen werde, wenn das Kopftuchverbot in der Schule streng umgesetzt werde. Caroline W. berichtet: „Ich habe ihm damals erklärt, dass die Politiker das Gesetz einführen, die Schule hat damit nichts zu tun – er war wirklich wütend.“

Diskriminierung von Mädchen ohne Kopftuch

Noch explosiver wird die Schilderung der Lehrerin beim Blick auf das Verhalten der Schüler. Buben würden laut Caroline W. ältere Mädchen mit Kopftuch bewundern und ihnen zurufen, wie „cool“ ihre Kopfbedeckung sei. Gleichzeitig berichtet sie von Schülerinnen ohne Kopftuch, die von Buben schikaniert und gehänselt würden. Mädchen werde wiederholt gesagt, sie sollten ihre Haare bedecken. In ihrem eigenen Unterricht ziehe sie dagegen eine klare Grenze: „Aber bei mir in der Klasse habe ich das auch bisher nicht zugelassen.“

Gesetz ist beschlossen, Streit aber längst nicht vorbei

Rechtlich ist die Sache inzwischen klarer als noch vor wenigen Monaten. Das Kopftuchverbot wurde im Dezember 2025 vom Nationalrat beschlossen und tritt mit dem Beginn des Schuljahres 2026/27 in Kraft. Bei einem erstmaligen Verstoß ist zunächst ein Gespräch mit der Schülerin und ihren Erziehungsberechtigten vorgesehen. Bei weiteren Verstößen können nach dem gesetzlich festgelegten Verfahren Verwaltungsstrafen von 150 bis 800 Euro folgen. Die FPÖ ist bereits seit vielen Jahren für ein Kopftuchverbot in Schulen. Wie überfällig das ist, offenbaren die Schilderungen.

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