Ein Wiener Mittelschullehrer steht vor der Kamera von ServusTV und redet Klartext. Thomas Walach, der vor drei Jahren bewusst aus der Politik in den Lehrerberuf wechselte, beschreibt den Alltag an einer Brennpunktschule, wie er ihn Tag für Tag erlebt. Jugendliche, die nachts einbrechen oder Drogen verkaufen und dann in der ersten Stunde schlafen. Mädchen, die mit zwölf einem Mann versprochen werden. Eltern, die Integration bewusst ablehnen. Was er sagt, passt nicht in das Bild, das die Etablierten jahrelang zeichneten. Und genau deshalb sorgt es für Wirbel.
Der ehemalige SPÖ-Mann, der nicht mehr schweigt
Thomas Walach war Kommunikationschef im engsten Kreis der früheren SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner. Er arbeitete für Peter Pilz, war Journalist und Historiker. Vor drei Jahren entschied er sich, an eine Wiener Mittelschule mit hohem Migrantenanteil zu gehen – bewusst in eine sogenannte Brennpunktschule. Was er dort sieht, hat er zunächst in einem Interview mit der Presse geschildert. Die Reaktion der Wiener Bildungsdirektion folgte prompt: Künftig braucht er für Medienauftritte eine Genehmigung. Trotz dieses Gegenwinds gab Walach nun auch ServusTV ein ausführliches Gespräch in der Sendung BLICKWECHSEL.
Viele Eltern wollen nicht, dass sich die Kinder integrieren. Um sie nicht völlig zu verlieren, müsse man auf die Familienoberhäupter, die Väter, einwirken.
Was der Lehrer im Klassenzimmer erlebt
Fast alle Kinder in seiner Klasse sind in Wien geboren. Dennoch hatten viele ihren ersten Kontakt mit der deutschen Sprache erst in der Schule. Der Unterricht leidet unter fundamentalen Problemen: Viele Schüler können dem Stoff nicht folgen, weil sie nachts dealen oder einbrechen. Andere sind tagsüber vom Ramadan so geschwächt, dass Lernen kaum möglich ist. Für zahlreiche Familien gilt ein Leben von der Sozialhilfe als völlig normaler Lebensentwurf. Mädchen verschwinden nach der Pflichtschule oft aus dem Bildungssystem, weil sie verheiratet werden. Die Kooperationsbereitschaft vieler Eltern ist gering bis nicht vorhanden.
Der Versuch, den Wahrheitssager mundtot zu machen
Nach dem Presse-Interview erhielt Walach eine offizielle Weisung der Wiener Bildungsdirektion: Medienauftritte zu bildungspolitischen Themen seien künftig genehmigungspflichtig. Kritiker sprechen von einem Maulkorb. Die Direktion selbst bestätigt, dass Lehrpersonen bei Medienauftritten eine besondere Verantwortung tragen. Walach hatte für das erste Interview keine Genehmigung eingeholt – vor zwei Jahren sei das auch nicht nötig gewesen. Nun droht der administrative Druck.
Kickl: „Wir Freiheitlichen hatten mit unserer Kritik immer recht“
Herbert Kickl griff das ServusTV-Interview sofort auf. In einem Beitrag auf seinen Kanälen schrieb der FPÖ-Chef:
Die offenen Grenzen haben unsere Schulen in eine Situation geführt, die sich nicht mehr verschweigen lässt. In diesem ServusTV-Interview kommt ein Wiener Lehrer zu Wort, der eigentlich aus dem linken Umfeld stammt. Dass nun sogar aus dieser Ecke die Probleme angesprochen werden, zeigt, dass wir Freiheitlichen mit unserer Kritik an der verfehlten Zuwanderungspolitik immer recht hatten.


