Der Verfassungsschutzbericht 2025 zeigt eindrucksvoll die zunehmenden Herausforderungen für Österreichs Sicherheit: Radikalisierungsprozesse beschleunigen sich, Bedrohungen werden digitaler und Spionage bleibt ein zentrales Risiko. Die größte Gefahr liegt dabei weiterhin im Islamismus.
ÖVP-Innenminister Gerhard Karner, SPÖ-Staatssekretär Jörg Leichtfried und Sylvia Mayer, Direktorin der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN), präsentierten den Bericht am Montag und kündigten präventive Maßnahmen wie ein Mindestalter für Social-Media-Nutzung sowie elektronische Fußfesseln an.
Islamistischer Extremismus als größte Gefahr
Der islamistische Extremismus bleibt die primäre Bedrohung für die Bevölkerung. Internationale Terrorgruppen rufen zu Anschlägen in Europa auf, Ausreisen in IS-Gebiete ziehen radikalisierte Personen an. Radikalisierungsnetzwerke zielen zudem verstärkt auf Jugendliche ab und KI-gestützte Propaganda gewinnt an Bedeutung. Die Tathandlungen stiegen um 42,3 Prozent auf 306 Fälle – mehr als die Hälfte davon waren digital. 31,3 Prozent der Tatverdächtigen sind unter 18 Jahren; es gab 40 Festnahmen und 129 Hausdurchsuchungen. Die Terrorwarnstufe bleibt auf „hoch“.
Linksextremismus und Antisemitismus Hand in Hand
Im Linksextremismus wurden 136 Tathandlungen registriert. Häufig verbunden waren die Delikte mit Antisemitismus und radikalem Aktionismus – wie dem Buttersäureangriff auf ein Drohnensymposium in Wien 2025. Die linke Szene ist international vernetzt und solidarisiert sich mit vermeintlich marginalisierten Gruppen, insbesondere im Palästina-Kontext. Es kam zu 24 Festnahmen und sechs Durchsuchungen.
Spionage, Cyberbedrohungen und Waffenhandel
Spionage verlagert sich in den hybriden Raum mit Cyberangriffen, KI und Drohnen. Österreichs Know-how in Technologie und Wissenschaft ist dabei das Ziel staatlicher Akteure. 16 Tatverdächtige wurden ermittelt, 27 Tathandlungen angezeigt und 31 Cyberfälle registriert. Der Verfassungsschutz kooperiert eng mit Wirtschaft und Wissenschaft zur Resilienzstärkung.
Der illegale Waffenhandel stieg um 63,3 Prozent auf 49 Tathandlungen und zeigt eine hohe Affinität zu extremistischen Milieus. 41 Hausdurchsuchungen und 24 Festnahmen wurden durchgeführt.
Über 30.000 Personen wurden durch Workshops sensibilisiert, Programme wie „RE#work“ in Schulen wurde umgesetzt. 310 Beratungen zu kritischer Infrastruktur, 1.576 Anfragen und das Resilienzgesetz (RKEG) sollen das System stärken.
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