Bundesregierung und ORF

Die Verlierer-Ampel schweigt weiter eisern zu den ORF-Skandalen und lässt jene Personen die Baustellen sanieren, die sie selbst in diese Positionen gehievt hat.

10. April 2026 / 10:45 Uhr

ORF saniert falsche Baustellen – und die Regierung schaut tatenlos zu!

Was tut sich bezüglich ORF nach dem Skandal rund um die mutmaßliche sexuelle Nötigung von Ex-Generaldirektor Roland Weißmann, den aufgedeckten Nebengeschäften der Stiftungsräte Heinz Lederer (SPÖ) und Gregor Schütze (ÖVP) und nach Bekanntwerden des unverschämten Gagenparadies am Küniglberg? Es geht alles so weiter wie bisher. 

Die jeweiligen Grenzen des Gegenübers zählen

Einzige Ausnahme: Es soll, wie der exxpress als erster berichtete, einen neuen Leitfaden für sexuelle Belästigung geben. Einen Leitfaden, der schon jetzt für heftige Kritik sorgt, denn da heißt es unter dem Punkt „Wichtig“: 

Es ist nicht ausschlaggebend, ob das belästigende Verhalten bewusst oder unbewusst gesetzt wurde. Entscheidend ist, wie die betroffene Person das Verhalten wahrgenommen hat. Die jeweiligen Grenzen des Gegenübers zählen!

Da ist den Mitarbeitern des ORF nur zu raten, überhaupt nichts mehr zu sagen. Man stelle sich nur vor, ein Mann gratuliert einer Frau zu einer schönen Frisur und zu einer schönen Kleidung: Im Falle des Falles könnte sogar das als sexuelle Belästigung ausgelegt werden, wenn das Gegenüber es so empfindet oder wenn die Person ihrem Kollegen eines Auswischen möchte. Konfliktpotenzial vorhanden!

Vergebliches Warten auf Reformen

Während der ORF also eine seiner Baustellen mit einem Leitfaden für sexuelle Belästigung sanieren möchte, warten die von den Vorkommnissen genervten Gebührenzahler vergeblich auf echte Reformen. Raus mit der Politik, raus mit Stiftungsräten, die nur auf ihre eigene Tasche schauen und eine Gehaltsstruktur, die sich nicht um ein Vielfaches von den Durchschnitts-Löhnen im Land abhebt. 

Verlierer-Ampel schweigt eisern

Nichts davon passiert, auch weil die Verlierer-Ampel zu alledem eisern schweigt und offenbar überhaupt kein Interesse daran hat, „ihre Medienorgel“, auf der nach Lust und Laune sie spielen kann, echten Fachleuten preiszugeben. Stattdessen lassen sie jene Leute machen, die von ihnen in die jeweiligen Positionen gehievt wurden. Und die, die für den ORF arbeiten – und wie man aus den diversen Berichten über die prächtigen Gehälter und lukrativen Nebengeschäften weiß, davon ziemlich gut leben -, wollen den Österreichern weismachen, wie wichtig der ORF in dieser Form ist. 

ORF wird mutwillig kaputt gemacht

So wird der ORF von innen heraus kaputt gemacht, schrieb Claus Pándi in seinem KroneKommentar. Wörtlich meinte er: 

Da wird der ORF fast schon mutwillig kaputt gemacht. Und zwar nicht von irgendwelchen Feinden von außen, sondern den Job erledigen einige besondere aus dem politischen Geschäftemacherbetrieb bekannte Figuren mehr oder weniger allein von innen.

System ist aus den Fugen geraten

Pándi schrieb, dass das ORF-Desaster am Ende an den Gebührenzahlern hängen bleiben werde. Das sei leider die wenig überraschende Pointe in einem System, das vollends aus den Fugen geraten sei. Schön, dass auch der Krone-Kolumnist erkennt, was die FPÖ schon seit Jahren predigt, sich dafür aber stets den Vorwurf gefallen lassen muss, den ORF zerstören zu wollen. 

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