Kärntens Landesregierung und die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) haben den neuen Regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG) präsentiert. Das Motto lautet: weniger stationär, mehr ambulant. Für die Spitäler bedeutet der Plan massive Einschnitte – und genau hier setzt die Kritik der FPÖ an. Auch eine Online-Petition hat innerhalb weniger Tage bereits mehr als 12.000 Unterschriften erreicht.
Sorge um die Zukunft Friesachs
Wie der ORF berichtet, reagiert besonders die FPÖ stark auf die geplante Schließung der Chirurgie am Deutschordens-Krankenhaus in Friesach. Landtagsabgeordneter Josef Ofner warnt, dass die medizinische Versorgung im ländlichen Raum damit aufs Spiel gesetzt werde. Wenn die Chirurgen erst einmal abwandern, stehe auch die Unfallchirurgie mittelfristig vor dem Aus – ein Szenario, das viele Menschen in Mittelkärnten und an der steirischen Grenze hart treffen würde. Für die Betroffenen gehe es nicht um abstrakte Strukturpläne, sondern um die Frage, ob im Ernstfall noch rasch Hilfe asn Ort und Stelle verfügbar ist. Auch FPÖ-Landesparteiobmann Erwin Angerer spart nicht mit Kritik. Er erklärte:
Dass uns zu den Entscheidungen, die offensichtlich in diesem RSG geplant sind, sprich Schließung Friesach, sprich Primärversorgungszentren, Primärversorgungseinheiten zu bauen oder Betten zu streichen, keine Zahlen vorliegen und natürlich wir nicht wissen, was sind die Grundlagen, wie kommt man zu diesen Entscheidungen.
Für ihn ist klar: Solche weitreichenden Schritte dürfen nicht ohne nachvollziehbare Fakten gefällt werden.
12.000 Stimmen gegen die Pläne
Doch nicht nur die Freiheitlichen laufen Sturm. Eine Online-Petition mit dem Titel “Nein zu Bettenreduzierung Innere Medizin und Schließung der Chirurgie im Krankenhaus Friesach”, erreichte in nur vier Tagen mehr als 12.000 Unterschriften. Unterstützt von der FPÖ, argumentieren die Initiatoren, dass das Deutschordens-Krankenhaus seit Jahrhunderten das medizinische Rückgrat für die Region sei und zudem einer der größten Arbeitgeber. Wer hier Chirurgie und Betten streiche, treibe nicht nur Ärzte und Fachkräfte in andere Regionen, sondern schwäche eine ganze Gegend. Von “Stärkung der Regionen” könne da keine Rede sein.
Symbol für Kampf um Gesundheitsversorgung
Der Streit um Friesach zeigt, wie sehr die Gesundheitsversorgung in Kärnten zum Politikum geworden ist. Während die Landesregierung auf neue Strukturen und Ambulanzzentren setzt, fürchten Kritiker eine schleichende Ausdünnung in der Fläche. Für die FPÖ ist klar: Wer an den Spitälern spart, gefährdet die Versorgungssicherheit und verliert das Vertrauen der Bürger. Die Auseinandersetzung um den Strukturplan könnte damit zum Symbol für die Frage werden, ob ländliche Regionen in Zukunft noch die medizinische Versorgung erhalten, die sie seit Jahrzehnten gewohnt sind.
