Mit der niederösterreichischen Stadt Schwechat ist die nächste SPÖ-regierte Gemeinde in schweren wirtschaftlichen und ökonomischen Turbulenzen. Grund sind die Fehlentscheidungen rund um das Veranstaltungszentrum Multiversum. Bürgermeister Hannes Fazekas (SPÖ) – er saß bis zum 29. September auch im Nationalrat – muss zurücktreten. In den letzten Monaten kamen die Städte Linz, Salzburg und St. Pölten in die Schlagzeilen, weil ihre SPÖ-Stadtregierungen Geld verspekuliert hatten. Dies führte etwa zum Rücktritt von Franz Dobusch als Bürgermeister von Linz oder von Heinz Schaden, der alle seine SPÖ-Funktionen in Stadt und Land Salzburg zurücklegte.
Nun hat der Schwechater Gemeinderat, in dem die SPÖ eigentlich über eine Mehrheit verfügt, mit Zweidrittelmehrheit die sofortige Abberufung beschlossen. Für Fazekas wird nun ein Nachfolger gesucht.
50 Millionen-Haftung und jährliche Verluste für Multiversum
Die Vorkommnisse rund um das Veranstaltungszentrum Multiversum waren in den letzten Monaten eskaliert. Derzeit prüft der Rechnungshof die Vorgänge rund um eine 50-Millionen Euro-Haftung und jährliche Abgänge im Ausmaß von zwei Millionen Euro. Gleichzeitig ermittelt auch die Staatsanwaltschaft gegen die Verantwortlichen in der Schwechater Stadtverwaltung. Noch im Juli 2013 hatte der Gemeinderat auf Vorschlag von Bürgermeister Fazekas mit den Stimmen der SPÖ eine 28 Millionen-Euro-Haftung für das Multiversum beschlossen.