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Blasphemiegesetz: Wenn man sich auf Sumatra durch einen zu lauten Muezzin-Ruf gestört fühlt, kommt man ins Gefängnis.

23. August 2018 / 12:29 Uhr

Indonesien: 18 Monate Haft wegen Kritik an lautem Muezzin-Ruf

In Indonesien brachte die Kritik an einem lauten Muezzin-Ruf einer Frau eine 18 Monate lange Haftstrafe ein. Die Buddhistin hatte sich über die Lautstärke der Gebetsrufe aus einer in ihrer Nachbarschaft befindlichen Moschee beschwert. Die lauten Muezzin-Rufe hatten zu permanente Ohreschmerzen geführt.

Diese Kritik der Buddhistin hatte zu einer Anzeige bei Gericht nach dem sogenannten Blasphemiegesetz geführt. Im mehrheitlich moslemischen Indonesien schützt dieses Gesetz den Islam vor jeder Kritik.

Moslems griffen buddhistische Tempel an

Damit nicht genug, war es neben der Verurteilung der Kritikerin auch zu militanten Angriffen auf buddhistische Tempel gekommen. Vor allem auf Sumatra, wo dieser Fall stattgefunden hat, leidet die buddhistische Minderheit an den wachsenden Einschüchterungsversuchen der islamischen Mehrheitsbevölkerung. Durch das jüngste Urteil wurde jetzt auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International auf den Plan gerufen. Sie protestiert gegen die Haftstrafe und fordert eine Aufhebung des Urteils.

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