Europa beschäftigt heute mehr Menschen im Gesundheits- und Pflegebereich als je zuvor.
Millionen fehlen – trotz langer Vorwarnung
Trotzdem rechnet die Weltgesundheitsorganisation laut einer Meldung des Europäischen Ausschusses der Regionen bis 2030 mit einer Lücke von 4,1 Millionen Beschäftigten in der EU.
Die Alterung der Bevölkerung und des Personals, schwierige Arbeitsbedingungen sowie Mängel bei der Personalplanung werden als Ursachen benannt.
„Außer Spesen nichts gewesen“
Für EU-Abgeordneten Gerald Hauser ist diese Prognose ein politisches Versäumnis. Denn seit vielen Jahren gibt es Studien über Studien – und am Ende: nichts. Sein Urteil in seiner EU-Parlamentsrede:
Außer Spesen nichts gewesen.
Bereits 2012 lag ein Aktionsplan vor
Tatsächlich veröffentlichte die Europäische Kommission bereits im April 2012 einen Aktionsplan für das Gesundheitspersonal. Seither folgten weitere Berichte und Untersuchungen.
Hausers Kritik setzt genau hier an: Wer den drohenden Mangel so lange kennt, müsse sich daran messen lassen, ob aus Analysen ausreichend wirksame Maßnahmen geworden sind.
Warnung von OECD
Selbst die OECD warnt seit Jahren. Sie und die Europäische Kommission schätzten für 2022 eine Lücke von rund 1,2 Millionen Ärzten, Pflegekräften und Hebammen in der EU. Die vom Ausschuss der Regionen angeführte Prognose von 4,1 Millionen bezieht sich auf Beschäftigte im Gesundheitswesen bis 2030.
Auch Österreich ist betroffen
Hauser verlangt in seiner öffentlichen Kritik vor allem Rechenschaft über den Nutzen der bisherigen EU-Arbeit; immerhin werden den Europäern Jahr für Jahr Milliarden Euro an Steuergeldern von Brüssel abgenommen. Ob die vorgeschlagenen Maßnahmen greifen, wird sich nicht an der Zahl neuer Studien entscheiden, sondern daran, ob Versorgungseinrichtungen genügend Personal gewinnen und halten können.
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